Viele Eidelstedter wollen helfen

Großes Interesse: Etwa 350 Menschen kamen zum ersten Treffen für mögliche Helfer.
 
Christiane Schröder, Freiwilligenkoordinatorin von Fördern und Wohnen: „Wir freuen uns, dass viele Bürger mit anpacken."

Stadtteil organisiert Angebote für Flüchtlinge im Ex-Baumarkt Hörgensweg

Die Aula war voll im Gymnasium Dörpsweg: Etwa 350 Menschen kamen Freitagabend zum ersten Treffen möglicher Helfer in Eidelstedt. Es bilden sich nun Arbeitsgruppen, um die Flüchtlinge im ehemaligen Baumarkt am Hörgensweg zu unterstützen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie viele Menschen sind im Baumarkt?
Derzeit 840 aus 18 Nationen – darunter etwa 100 Kinder und eine kleine Gruppe Frauen. Mittlerweile sind alle Bewohner mit einem eigenen Bett versorgt worden. Als die Unterkunft am Sonntag vor zwei Wochen eröffnet wurde, war zunächst nichts da. Fördern und Wohnen übernahm zwei Tage später den Betrieb. Ein Hauruck-Start für das Team, das sich erst nach und nach bildet. „Wir haben alle erstmal nur funktioniert, gut funktioniert“, sagt Emrah Dertli, Leiter des Camps Hörgensweg.

Wie lange bleiben die Menschen in der Unterkunft?
Unklar. Es ist eine Notunterkunft, in der Flüchtlinge nach der Registrierung in der Zentralen Erstaufnahme in Harburg Unterschlupf finden. In Eidelstedt bleiben die Menschen voraussichtlich sechs Monate bis ein Jahr, schätzt Dertli. Manche Bewohner kommen in andere Bundesländer, manche reisen selbstständig weiter, etwa zu Angehörigen in Skandinavien. Feste Wohngebäude sind in Hamburg derzeit kaum verfügbar. Wegen der großen Zahl an Flüchtlingen dauert es lange, die Asylanträge zu bearbeiten.

Wie können Bürger helfen?
Es gibt vorerst neun Gruppen, in denen Bürger mitarbeiten können. Dies sind: Kleiderkammer, Sport, Sprachkurse, Stadtteilinformationen, Ausflüge, Kinderprogramm, Angebote für Frauen, Kultur oder Treffpunkte (etwa ein Cafe).

Wie geht das?
Für jede Gruppe soll es einen Koordinator geben. Wer mithelfen will, gibt bei diesem seine Kontaktdaten an, es sind erste Gruppentreffen nach den Ferien geplant. Wer als Ehrenamtlicher längerfristig mitmachen will, schließt eine Vereinbarung mit Fördern und Wohnen ab. Für die Mitarbeit beim Kinder- und Jugendprogramm müssen Helfer ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Wer koordiniert die Hilfe?

Ein runder Tisch aus gut einem Dutzend Organisationen und Vereinen – darunter die Kirchengemeinde, das Bürgerhaus, Jugendeinrichtungen, der SV Eidelstedt und die muslimische Gemeinde.

❱❱ www.willkommen-eidelstedt.ekulturell.de

Mitmachen

Ehrenamtliche Hilfe wird vom Runden Tisch in Zusammenarbeit mit dem Betreiber Fördern und Wohnen organisiert und koordiniert. Infos zu Möglichkeiten und Regeln stehen auf der Internetseite von Fördern und Wohnen (LInk).
E-Mail: freiwilligenkoordination@foerdernundwohnen.de
Bei Pastorin Margitta Melzer laufen die Fäden zusammen aus der Ehrenamtlichen-Koordination und der Gründung eines Runden Tisches:
melzer@kirchengemeinde-eidelstedt.de
Vorerst sollen keine Sachspenden direkt am Baumarkt abgegeben werden. Das Team muss sich erst sortieren und braucht dafür eine Weile. Wer Geld spenden möchte, kann dies auf ein Konto von Fördern und Wohnen überweisen (Verwendungszweck: Hörgensweg). Infos stehen auf der Homepage (Link)
❱❱ www.foerdernundwohnen.de
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