Verkehrskollaps beim Bau des „Deckels“ – Senat konzeptlos?

Noch fließt der Verkehr: Die Autobahn A 23 Höhe Hörgensweg am Sonnabendnachmittag, sie mündet bei Eidelstedt in die A 7. Foto: rs
Hamburg: Eidelstedt |

Autobahn 7: Eidelstedter CDU fordert Maßnahmen, um Schleichverkehr zu verhindern

von Reinhard Schwarz

Droht ein Verkehrskollaps, wenn die Bauarbeiten zum Autobahn-„Deckel“ beginnen? Das jedenfalls befürchtet die Eidelstedter CDU. Bürgerschaftsabgeordneter Olaf Ohlsen hat gemeinsam mit Parteikollegen eine Große Anfrage an den Senat gerichtet und zeigt sich enttäuscht über das Ergebnis. Der Vorwurf: Senat und Behörden hätten kein Konzept für den Fall, dass es auf der Autobahn A 7 zum Stau kommt und Auto- sowie Lkw-Fahrer in die umliegenden Stadtteile ausweichen.
Olaf Ohlsen und der CDU-Bezirksabgeordnete Frank Döblitz berufen sich dabei vor allem auf eine Antwort des Senats: „Die Einrichtung zusätzlicher Umleitungsstrecken wurde nicht vorgesehen“, um eine Verlagerung des Verkehrs der A7 auf andere Verkehrswege „nicht zu fördern“. Somit bleibt laut Senat die Kapazität des vorhandenen Verkehrsnetzes „weitestgehend erhalten". Somit sei während der Bauzeit weder im Berufsverkehr noch während der Ferien mit einer bedeutsamen Verkehrsumlagerung zu rechnen. Und: „Auf nicht vorhersehbare Ereignisse wie beispielsweise Unfälle“ würde man entsprechend der Situation reagieren.
Ohlsen: „Der Senat geht da sehr blauäugig ran, nach dem Motto: Der Verkehr wird schon laufen. Die Behörden sehen keinen Anlass, bestimmte Planungen in petto zu halten, um einen Verkehrskollaps zu verhindern.“ Die CDU schlägt daher einen Maßnahmekatalog vor, um zu verhindern, dass genervte Autofahrer in Schleichwege durch Wohngebiete ausweichen. Eine langjährige Forderung der CDU, die Ableitung des Verkehrs ab Eimsbütteler Marktplatz über Holstenkamp und Schnackenburgallee – lange Zeit abgelehnt – haben die Behörden inzwischen selbst übernommen, wie aus der Senatsantwort hervorgeht.
Olaf Ohlsen und Frank Döblitz fordern weiter die „Ertüchtigung“ des Verkehrsknotenpunkts Eidelstedter Platz samt dem dortigen Busbahnhof, vor allem, um den Busverkehr besser fließen zu lassen. Weiter fordern sie gesonderte Busspuren für stadteinwärts fahrende Busse. Zudem befürworten sie einen beschleunigten zweispurigen Ausbau der AKN und deren Elektrifizierung – die Bahn wird immer noch mit Dieselmotoren betrieben. Ziel: Autofahrer im „Speckgürtel“ sollen auf Bus und Bahnen ausweichen.

Behörde: „Alle Fragen bereits beantwortet“
Die für den „Deckel“-Bau zuständige Wirtschaftbehörde wollte zu den Vorwürfen der CDU-Abgeordneten, es drohe ein Verkehrschaos, keine Stellung nehmen, da die Fragen der Abgeordneten bereits in deren Anfrage beantwortet wurden. „Die Antworten entsprechen dem aktuellen Sachstand“, sagt Behördensprecherin Susanne Meinecke. Dass die Opposition eine andere Meinung vertrete, sei „nicht ungewöhnlich“. Allerdings werde der Senat in Kürze sein Programm zur „Busbeschleunigung“ vorstellen. Auch der Ausbau der S4 und U4 stehe auf der Agenda, so die Sprecherin. RS
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