Vergebliche Fahrt ins Rathaus

Ihr Protest verpuffte: Das Thema Brachvogelweg wurde wegen Einigkeit gleich in den Planungsausschuss überwiesen. Foto: pr

Anwohner des Brachvogelweges enttäuscht: Keine öffentliche Fragestunde zum Kita-Neubau

Gaby Pöpleu, Lurup
Enttäuschung bei den Anwohnern des Brachvogelweges: Ihre Argumente gegen den Kita-Neubau in ihrer Straße wurden in der vergangenen Woche in der BezirksversammlungAltona gar nicht angehört. Wegen fraktionsübergreifender Einigkeit wurde das Thema sogleich in den Planungsausschuss überwiesen.
Etwa 15 Luruper, überwiegend aus einem Wohnprojekt im Brachvogelweg, hatten sich ins Rathaus aufgemacht, um ihr Anliegen in der Fragestunde der Bezirksversammlung vorzutragen. Sie wollten den Politikern Fragen zum Neubau einer Kindertagesstätte des Betreibers „Sternipark“ stellen, öffentlich einfordern, dass ihre Interessen berücksichtigt werden. Als das Thema in den Ausschuss überwiesen wurde, kommentierte Robert Jarowoy von der Linken das als „Unding“, zog sich damit den lautstarken Unmut anderer Fraktionen zu. Dann debattierte man doch: „Eine Stunde lang ging es grundsätzlich um Bürgerbeteiligung“, berichtet Anwohnerin Julia Schumacher, „Man war mit sich selbst beschäftigt. Wir hätten es begrüßt, hätte man die angeblich knappe Zeit mit unseren Fragen verbracht.“

Kinder durch zuviel Verkehr gefährdet?

Sternipark will im Brachvogelweg einen Kindergarten mit mehr als 100 Betreuungsplätzen, Zentralküche und Mitarbeiterwohnungen einrichten. Die Anwohner sind dagegen, da der Lieferverkehr der Küche und der Hol- und Bringverkehr der Kita-Eltern zuviel für ihre Wohnstraße sei, die dort lebenden Kinder gefährde. Die Straße ist an der breitesten Stelle gerade einmal 4,90 Meter breit. Im Bebauungsplan Lurup 56, der die Basis für Baugenehmigungen ist, sei die Breite aber mit durchweg sieben Metern angegeben, sagen die Anwohner.
Julia Schumacher ist beunruhigt. „Die Zeit läuft, der neue Bauantrag von Sternipark ist bereits gestellt. Rechtliche Möglichkeiten, den Bau noch zu verhindern, sind dann äußerst problematisch, wenn der Bauantrag quasi genehmigungsfähig vorliegt. Wir werden uns weiter querstellen, soviel ist klar. Es geht um unser Wohnprojekt.“
Erst im November war das gemeinschaftlich verwaltete Bauprojekt Brachvogelweg von Bausenatorin Dorothee Stapelfeld mit dem „Baugemeinschaftspreis 2017“ ausgezeichnet worden „Dieses Zusammenrücken der Bewohnerinnen und Bewohner (nach einem Bauschaden, Anm. d. Red.) ist aufgrund der Schwierigkeiten ebenso hervorzuheben wie die selbst erarbeitete genossenschaftliche Struktur mit innovativen Elementen wie zum Beispiel dem Kinderparlament“, hatte die Jury geurteilt. „Das alles wird jetzt massiv gefährdet“, befürchtet Schumacher.
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