Unterkunft Rugenbarg schließt Ende September

Heimat auf Zeit im ehemaligen Baumarkt: In der Unterkunft Rugenbarg fanden seit September 2015 insgesamt 3.100 Geflüchtete ein erstes Zuhause. Ein Jahr später wird das Camp aufgelöst. (Foto: DRK/Forberg)

Osdorf: DRK gibt die Erstaufnahme im ehemaligen Baumarkt auf

Flüchtlingsunterkünfte in ehemaligen Baumärkten und
Gewerbehallen waren seit Herbst 2015 Notlösungen. Mit der Unterkunft Rugenbarg in Osdorf verzichtet die Stadt auf eine weitere dieser umstrittenen Unterbringungen. Zeitweise bis zu 1.300 Geflüchtete beherbergte der DRK-Kreisverband Altona-Mitte in dem ehemaligen Max-Bahr-Baumarkt. Aktuell leben dort noch 850 Menschen. „Die Schließung erfolgt, weil die Flüchtlingszahlen gesunken sind und keine Verlängerung des Mietvertrages zustande gekommen ist“, erklärt DRK-Geschäftsführer Jörg Theel.
Vorigen Herbst wurde der Baumarkt eilig als Unterkunft hergerichtet. Zu einer Zeit, als monatlich Tausende Flüchtlinge in Hamburg ankamen und die Stadt nicht wusste, wohin mit ihnen. Von Anfang an wurden die Erstaufnahmen in großen Hallen kritisiert – zunächst von ehrenamtlichen Helfern, später entde-ckten die Initiativen gegen Großunterkünfte die Unterbringungen als Politikum.
Der Rugenbarg machte Schlagzeilen mit Massenschlägereien, Polizeieinsätzen und mit dem Fall eines verstorbenen Mädchens, in dem strittig war, ob das medizinische Personal vor Ort angemessen reagiert habe.

Anfangs Probleme, Betreiber sorgte für Verbesserungen

Das DRK bemühte sich um Verbesserungen: Mit einer mobilen Zahnarztpraxis und Sprechstundencontainern wurde die medizinische Versorgung verbessert. Zuletzt suchte das Team verstärkt den Kontakt zur Nachbarschaft: Mit einem Straßenfest luden Bewohner, Mitarbeiter und Helfer zum Kennenlernen ein.
„Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr herausragendes Engagement. In der Anfangsphase und in der Zeit danach gab es immer wieder
herausfordernde Situationen, die wir ohne die persönliche Motivation und Überzeugung jedes und jeder Einzelnen kaum hätten meistern können“, betont Theel. „Wir werden unsere Mitarbeiter bei der Suche nach einer Anschlussbeschäftigung bestmöglich unterstützen.“
Betroffen sind 38 von 60 Mitarbeitern aus den Bereichen Unterkunfts- und Sozialmanagement, dem technischen Dienst sowie rund 70 Mitarbeiter des Caterings, der Reinigung, des Sicherheitsdienstes und anderer Subunternehmen.

Fakten
Der DRK-Kreisverband Altona und Mitte betreibt die Zentrale
Erstaufnahme Rugenbarg. Seit dem Start am 25. September 2015 wurden über 3.100 Menschen in der Unterkunft betreut. Unterstützung erhält das DRK von über 130 ehrenamtlichen Helfern, die unter anderem Sport- und Freizeitangebote sowie Deutschkurse mitorganisieren. „Auch unseren freiwilligen Helfern danke ich für ihre tolle geleistete Arbeit“, so DRK-Geschäftsführer Theel.
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1 Kommentar
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David Goletz aus Osdorf | 03.08.2016 | 10:24  
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