Unmut über neue Wohnungen

SV Eidelstedt und die Fewa Grundstücksgesellschaft mbH informierten im Sportlerclubhaus am Furtweg über die Neubaupläne. Viele Nachbarn befürchten, dass ihnen die Neubauten zu dicht auf die Pelle rücken oder dass zuviele Bäume abgeholzt werden. (Foto: rs)
 
Sven Thomas von der Fewa Grundstücksgesellschaft mbH informierte über die geplanten Wohnhäuser. (Foto: rs)

Neue Sportplätze und Wohnhäuser am Furtweg: Anwohner mucken auf

100 Sozialwohnungen am Furtweg, zwei neue Sportplätze und ein neues Clubheim für zwei Sportvereine. Klingt doch gut, oder? Aber bei einem Informationsabend für Anwohner gab es Stunk. Die Veranstaltung in dem alten Clubhaus des SV Eidelstedt und SV Lohkamp lief den Veranstaltern fast aus dem Ruder. Sie hatten offenbar nicht mit aufgebrachten Anwohnern gerechnet, die gegen das Vorhaben lautstarken Protest äußern würden.
Vom „Wertverlust“ für seine Eigentumswohnung sprach ein Anwohner: „Ich möchte hier meinen Frust loswerden.“ Eine Teilnehmerin meldete sich mehrfach zu Wort: „29 Bäume sollen gefällt werden“, befürchte sie. Eine weitere Anwohnerin sprach von „massiver Bebauung“, „Aushebelung des Baurechts“ und drohte mit ihrem Anwalt. Eine andere Frau äußerte die Befürchtung, die neuen Nachbarn könnten ihr zu dicht auf die Pelle rücken: „Ich möchte nicht unbedingt begu-ckt werden, wenn ich auf meiner Veranda sitze.“
Die Veranstalter, der SV Eidelstedt (SVE) und das Bauunternehmen Fewa, reagierten auf die wütenden Anwohner teilweise hilflos, teilweise selbst harsch. „Wenn Sie stören wollen, gehen sie raus!“, sagte SVE-Chef Dieter Harz lautstark zu einer Frau, die ihn mehrmals unterbrochen hatte. Doch an welcher Stelle der Versammlung hätten die Bürger ihre Fragen und ihren Unmut loswerden können? Es gab keine Tagesordnung, keine Lautsprecheranlage und keine reguläre Diskussionsleitung, die diplomatisch hätte eingreifen können.
Deutlich wurde immerhin: Nach Jahren der Gespräche und Überlegungen ist es nun gelungen, den Wunsch von SVE und SV Lohkamp nach zwei Sportplätzen mit Kunstrasen durch den Bau von 100 Sozialwohnungen zu finanzieren. Weiterhin entsteht ein neues Clubhaus mit Platz für die Verwaltung sowie Räumen für Tanz- und Kampfsport. Das alte Vereinsheim, in dem die Versammlung stattfand, soll Mitte Februar abgerissen werden. Anwohner, die fragten, warum es keine Bürgerbeteiligung gebe, erklärte Stadtplaner Rolf Schuster vom Bezirksamt Eimsbüttel, „dass wir in einem Vorbescheidsverfahren sind“, bei dem keine Bürgerbeteiligung vorgesehen sei: „Das eigentliche Baugenehmigungsverfahren steht noch an.“

Hintergrund

Rückblende: Der SV Eidelstedt drängt schon seit Jahren darauf, die Plätze am Furtweg zu sanieren. Die Lösung sollte der Verkauf einer Teilfläche an einen Investor sein, um dort Wohnungen zu bauen. So sollte Geld reinkommen, um die gesamte Anlage mit Kunstrasen auszustatten und ein neues Umkleidegebäude bauen zu können. Der Immobilienkonzern Greve sprang im Herbst 2012 allerdings ab, die Planungen zerschlugen sich.
Daraufhin tat sich lange nichts. Die jetzige Lösung sieht vor, im nördlichen Bereich der Anlage Häuser mit günstigen Wohnungen zu bauen. Für die Sportplätze werden schätzungsweise eine Million Euro oder mehr fällig. Fest steht, dass der SV Eidelstedt einen Teil dazu beitragen muss, den Rest schießt die Stadt hinzu. Für ein neues Umkleidegebäude am Furtweg sind bereits 300.000 Euro städtische Gelder reserviert, zudem 500.000 Euro für den Kunstrasen.
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