Trotz Mieterprotest: Saga/GWG hält an E.ON fest

Aus der Traum? Die Mietervertreter Anne-Dorle Vockeroth und Alfons Nitze fordern seit Jahren, dass die Saga/GWG den Rahmenvertrag mit E.ON Hanse kündigt. Foto: rs
Hamburg: Wichmannhaus |

Wohnungsunternehmen sieht sich nicht in der Lage, Vertrag mit Energieversorger zu kündigen

Reinhard Schwarz, Eidelstedt
Ratlos blättert Alfons Nitze in dem Stapel Akten, der vor ihm liegt. Sein Inhalt: jahrelanger Schriftverkehr mit E.ON Hanse. Nitze ist genau wie seine Nachbarin Anne-Dorle Vockeroth gewählter Mietervertreter in Eidelstedt-Nord, einem Gebiet mit vielen Wohnungen der Saga/GWG. Seit Jahren fordern die Mietervertreter von E.ON nachvollziehbare Abrechnungen. Denn GWG-Mieter am Dallbregen, Hörgensweg und Rebenacker erhalten seit Jahren ungewöhnlich hohe Nachzahlungsforderungen des Energieversorgers – bis zu 1.600 Euro pro Jahr.
Die monatlichen Abschlagszahlungen variieren teilweise zwischen 129 Euro in einem Jahr und 400 Euro im nächsten. Den Mietern reicht es schon lange. „Wir wollen, dass die Saga/GWG den Vertrag mit E.ON kündigt und einen anderen Anbieter wählt“, so Alfons Nitze.
Doch das war bisher nicht möglich, weil immer noch ein Rahmenvertrag gilt, aus einer Zeit, als noch Hein Gas die Wärme lieferte. Anbieterwechsel ausgeschlossen. „Wir werden gar nicht gefragt, wir sind entmündigt“, sagt Anne-Dorle Vockeroth, zermürbt vom Dauerstreit mit E.ON. Doch der Vertrag läuft im September 2013 aus: Seitdem das bekannt wurde, keimte Hoffnung auf. Derzeit verhandeln Saga/GWG und E.ON.
Doch offenbar bleibt alles beim Alten. Die Saga/GWG könne den Energieversorger in Eidelstedt-Nord nicht wechseln. Das erklärte Dr. Michael Ahrens, Pressesprecher der Saga/GWG: „E.ON Hanse wird in den genannten Wohnungen am Hörgensweg wegen der Fernwärmversorgung auch künftig Energielieferant bleiben.“
Begründung: „Da es sich um fernwärmeversorgte Heizanlagen handelt, ist die feste vertragliche Bindung an einen Anbieter rechtlich möglich, da andere Anbieter für diese Wohnungen keine Wärme liefern können.“ Im Klartext: Ein Wechsel ist nicht möglich.
Das stimmt so nicht, meint der Mieterverein zu Hamburg. „Das Wohngebiet Mümmelmannsberg zum Beispiel wird von dem Energieunternehmen Urbana versorgt“, erklärt Wilfried Lehmpfuhl vom Mieterverein zu Hamburg. Die Häuser der Großsiedlung gehören zum Großteil der städtischen Saga/GWG. Die Urbana, so Wilfried Lehmpfuhl, liefere zu 70 Prozent günstiger als E.ON Hanse.
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