Totes Baby: Schlecht behandelt?

Untersuchung eines Kleinkinds (Symbolfoto): Die medizinische Versorgung in der Flüchtlingsunterkunft Rugenbarg soll unter die Lupe genommen werden. (Foto: Panthermedia)

Ein Kind aus der Flüchtlingsunterkunft Rugenbarg stirbt – nun ermittelt die Staatsanwaltschaft

Ein zehn Monate altes Baby aus der Flüchtlingsunterkunft Rugenbarg in Osdorf ist gestorben. Nun sollen die Hintergründe aufgeklärt werden - die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist passiert?
Die kleine Rana lebte mit ihren Eltern und zwei Geschwistern in der Unterkunft am Rugenbarg, im ehemaligen Max Bahr-Baumarkt in Osdorf. Im Januar erkrankte das Mädchen, litt unter Fieber, Durchfall und Erbrechen. Die Eltern suchten offenbar mehrmals die ärztliche Sprechstunde in der Unterkuft auf, aber der Zustand des Mädchens besserte sich nicht. Am späten Abend des 22. Januar wurde das Baby mit einem Rettungswagen in eine Kinderklinik gebracht. Am 3. Februar verstarb das Mädchen im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Todesursache nach bisherigem Kenntnisstand: Mehrere lebenswichtige Organe hatten versagt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Was ist die Kritik in dem Fall?

Die Eltern beklagen, dass sie trotz dringender Bitten in der ärztlichen Sprechstunde keine Überweisung in ein Krankenhaus bekamen, berichten sie in einem Interview mit dem NDR. Zudem gibt es bei den ärztlichen Sprechzeiten in der Unterkunft offenbar lange Wartezeiten. Konkret stellt sich die Frage, ob das ärztliche Personal die kritische Situation des Kindes erkannt und entsprechend gehandelt hat. Um die medizinische Versorgung in der Unterkunft kümmert sich das UKE.

Was sagen Verantwortliche?
Zum konkreten Fall nichts – wegen der laufenden Ermittlungen. „Die Versorgung von Flüchtlingen ist eine große Herausforderung für die Freie und Hansestadt Hamburg, zu der das UKE gern seinen Teil beiträgt und sich an der medizinischen Versorgung beteiligt. Wir fühlen mit der Familie“, heißt es vom UKE.
Jörg Theel, Geschäftsführer des DRK Altona-Mitte, das die Unterkunft Rugenbarg betreibt, weist auf die medizinische Grundversorgung hin. 40 Stunden in der Woche, werktags von acht bis 16 Uhr, sei ein Allgemeinmediziner vor Ort. Von 16 Uhr bis Mitternacht stehe ein Rettungswagen des DRK in der Unterkunft bereit. Am Rugenbarg leben etwa 1.400 Flüchtlinge.
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