Streit um Heizkosten am Hörgensweg

Seit fast zwei Jahren keine Heizkostenabrechnung, hohe Vorauszahlungen, widersprüchliche Angaben zu Einsparungen nach einer Sanierung: Saga/GWG-Mieter Alfons Nitze fühlt sich von dem städtischen Wohnungsunternehmen „verschaukelt“. (Foto: rs)

Saga/GWG verspricht niedrigere Heizkosten – legt aber keine konkreten Zahlen vor

Reinhard Schwarz, Eidelstedt
„Wir werden von vorne bis hinten verschaukelt.“ Alfons Nitze, Mieter in einem Hochhausblock am Hörgensweg in Eidelstedt-Nord, ärgert sich über seinen Vermieter, die Saga/GWG. Nach langjährigem Streit über hohe Nachzahlungsforderungen vom Energielieferanten E.ON Hanse hatte die Saga/GWG die Abrechnung 2013 übernommen. Bausenatorin Jutta Blankau (SPD) hatte damals sogar erklärt, die Heizkosten würden um 15 Prozent gesenkt.

Was wirft Mietervertreter Nitze der Saga/GWG vor?
Widersprüchliche Zahlen. Im November 2013 kündigte die Saga an, dass die Mieter dank Wärmedämmung 58 Prozent Energie einsparen würden. Einen Monat später heißt es: „Die durchschnittliche Ersparnis wird voraussichtlich 30 Prozent für das gesamte Haus betragen.“
Nitze zahlte ursprünglich 114 Euro an Heizkosten monatlich, senkte seine Zahlungen ab Oktober 2013 auf 69 Euro. Nach einer Berechnung des Deutschen Mieterbundes (DMB) liegt die durchschnittliche monatliche Vorauszahlung bei Fernwärme bei einer Wohnfläche von 30 Quadratmetern sogar nur bei 33 Euro. Frührentner Nitze muss aber doppelt soviel zahlen. Wie ihm ergeht es vielen anderen Mietern.

Was sagt die Saga/GWG?
Sprecher Michael Ahrens erklärte, dass es sich bei den zuerst genannten 58 Prozent Heizkosteneinsparung um ein Versehen gehandelt habe. Die endgültige Einsparquote stehe noch nicht fest. Laut Ahrens würden die Einsparungen bei den Vorauszahlungen gewissermaßen verrechnet.
Zu den anfangs noch ungewöhnlich hohen Vorauszahlungen sagte Ahrens, die Saga/GWG habe die Zahlen von E.ON übernommen, schließlich aber habe man „in Abstimmung mit Herrn Nitze dessen Vorauszahlung ab dem 1. Januar 2014 auf 69 Euro gesenkt. Sollte sich aus der Abrechnung eine weitere Senkungsmöglichkeit ergeben, wird dies dem Mieter in seiner Abrechnung mitgeteilt werden.“

Mieterhöhung
Während aktuell noch unklar ist, was die Wärmedämmung an Einsparungen für die Mieter der GWG-Hochhäuser am Hörgensweg bringt, steht eines schon fest: Es wird eine saftige Mieterhöhung geben. So zahlt GWG-Mieter Alfons Nitze für seine 31 Quadratmeter große Wohnung derzeit eine Kaltmiete von 165,43 Euro. Zusammen mit Betriebs und Heizkosten kommt er auf eine Bruttomiete von 360,26 Euro. Doch die Saga/GWG will auch einen Teil der Sanierung auf die Mieter umlegen. So soll Nitze laut einem Schreiben der Saga von 2013 statt bisher 165,43 Euro über zwei Stufen innerhalb von vier Jahren eine Kaltmiete in Höhe von 217,72 Euro zahlen – eine Erhöhung um 52,39 Euro, also fast ein Drittel der bisherigen Kaltmiete. Die versprochenen Einsparungen bei den Energiekosten würden dadurch voraussichtlich wieder aufgefressen.
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