Streik der Lokführer: Verhärtete Fronten

Leere Bahnsteige kennzeichen derzeit viele AKN-Bahnhöfe, wie zum Beispiel in Eidelstedt-Zentrum.
Hamburg: Eidelstedt | Kein Ende des AKN-Streiks in Sicht: Für den Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft der Eisenbahner (GDL) und der AKN Eisenbahn AG zeichnet sich keine Lösung ab. Die GDL hat seit den ersten Streiks im Februar immer wieder ihre Taktik geändert, mal kündigte sie Warnstreiks an, mal nicht. Zuletzt haben die Eisenbahner seit Donnerstag, 21. Juli, die Arbeit unbefristet niedergelegt. Die Folge: Die AKN kann auch auf der Eidelstedter Strecke der A1 nur noch im Stundentakt fahren.
Der Notfahrplan aber sei der AKN vielleicht ganz recht, so der Vorsitzende des GDL-Bezirks Nord. Einige Lokführer hätten das Unternehmen verlassen, zudem sei der „Fuhrpark der AKN nicht im allerbesten Zustand“. Durch den Streik seien „beide Probleme vorerst gelöst“. AKN-Pressesprecherin Monika Busch jedoch widerspricht: „Alle Fahrzeuge sind in einem einwandfreien Zustand.“ Und: „Lieber heute als morgen möchten wir unsere Fahrgäste im gewohnten Takt fahren.“
Doch die Fronten bleiben verhärtet. Unter den 82 AKN-Lokomotivführern folgen die rund 45 GDL-Mitglieder den Streikaufrufen. Laut Gewerkschaft sei der Vorstand an wirklichen Verhandlungen nicht interessiert, er halte die GDL hin. Das aber weist Unternehmenssprecherin Monika Busch zurück: „Wir sind verhandlungsbereit.“
Besonders strittig sind zwei Ziele: So fordert die Gewerkschaft, die AKN-Zugführer in den bundesweiten Lokführer-Tarfivertrag einzubeziehen. Das sei „nicht nachvollziehbar“, kritisiert Monika Busch und verweist auf den Unterschied zwischen Nah- und Fernverkehr. Ebenfalls unversöhnlich scheinen die Positionen bei Arbeitsplatzsicherheit im Falle eines Betreiberwechsels für die AKN-Strecke. „Das können wir nicht zusichern“, so Monika Busch zur GDL-Forderung.
Fahrgäste reagieren gespalten auf den Streik. „Er nervt“, knurrt ein Eidelstedter. Kirsten Kruse zeigt jedoch auch Verständnis: „Alles wird teurer, und die Lokführer wollen mehr Geld haben – wie wir alle.“
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