Stau in der Spielstraße – bald Dauerzustand?

Aktionstag im Brachvogelweg: Nur wenige Autos gleichzeitig in der schmalen Spielstraße – und keiner kommt mehr durch. Anwohner befürchten solche Szenen täglich, wenn eine Kita mit 120 Plätzen in der Nachbarschaft gebaut wird. Foto: pr

Kita-Neubau im Brachvogelweg: Anwohner befürchten Verkehrsprobleme

Carsten Vitt, Lurup

Im Streit um den Neubau einer Kita am Brachvogelweg stehen sich Sternipark und Kritiker weiter unversöhnlich gegenüber. Anwohner des kleinen Wohnquartiers versuchen, in der Bezirkspolitik Unterstützung für ihre ablehnende Haltung zu bekommen.
Darum geht es: Am Ende der Kehre in dem kleinen Wohnquartier plant Sternipark eine Kita mit acht Gruppen und etwa 120 Plätzen. Anwohner gehen von 160 Plätzen aus. Zudem sind eine Küche, ein Kinderrestaurant und Mitarbeiterwohnungen geplant. Kritik gibt es vor allem an dem zu erwartenden Verkehr, wenn Eltern ihre Kinder bringen und holen. Die Zufahrt zu der Kita ist über den Brachvogelweg geplant, eine schmale Stichstraße, auf der häufig Kinder aus der Nachbarschaft spielen.
Bei einem Aktionstag zeigten Anwohner neulich, wie schnell diese enge Straße verstopft ist. Nur vier Autos reichten aus – dann ging nichts mehr. Fußgänger mussten sich an schmalen Grünstreifen am Rand vorbeischlängeln, denn einen Bürgersteig gibt es dort nicht. „Wir sind in großer Sorge um die Sicherheit unserer Kinder und um unsere Nachbarschaft hier im Wohnprojekt“, sagte Hanna Marwedel vom Vorstand der Bau- und Wohngenossenschaft Brachvogelweg.
Im Gespräch war zuvor eine alternative Zufahrt über den Kleiberweg. Doch auch das sehen Anwohner kritisch, weil dort ebenfalls viel Hol- und Bringverkehr vor einer Kita herrsche. „Wir brauchen eine einvernehmliche, verträgliche Lösung für die geplante Kita“, erklärte Hanna Marwedel. „Und vor allen Dingen muss geklärt werden, was für eine Kita hier im Stadtteil wirklich gebraucht wird.“
Im ersten Anlauf ist der Bauantrag von Sternipark nicht genehmigt worden. Es soll nun weitere Gespräche mit dem Bezirksamt geben. Ob es dabei um eine Verkleinerung der Kita geht, ist nicht bekannt.
Sternipark beharrt zumindest auf der Zufahrt über den Brachvogelweg, der für Wohnungen und Kita als Erschließungsstraße vorgesehen sei. „Das war der Bau- und Wohngenossenschaft bekannt, bevor sie dort gebaut hat“, sagt Leila Moysich, Geschäftsführerin von Sternipark. Da es auch aus dem Kleiberweg Bedenken gebe, „bliebe den Kindern nur noch die Möglichkeit, die Kita mit dem Hubschrauber anzufliegen oder mit dem Fallschirm abzuspringen“, so Moysich weiter.

Wohnprojekt
Im Jahr 2002 tat sich eine Gruppe von jungen Hamburgern zusammen, um im Brachvogelweg ein gemeinschaftlich verwaltetes Wohnprojekt zu gründen. Die Gegend nördlich des Fahrenorts war weitgehend ruhig, autofrei und bot Kindern Platz zum Spielen.
In der Siedlung wohnen derzeit 112 Menschen, davon 23 Kinder unter 14 Jahren. Das Wohnprojekt wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2013 als eine der „schönsten Straßen Deutschlands“. CVS
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