„Spielplätze werden kaputt gespart“

Kinder und Mütter am Spielplatz Bornpark beim Helmuth-Schack-See: Von Weitem sieht die Anlage noch ganz passabel und gepflegt aus. Foto: rs

Osdorfer Born: CDU fordert mehr Geld vom Senat - SPD will erst Bestandsaufnahme der Schäden

Von Reinhard Schwarz. Schweres Geschütz fährt die Altonaer CDU in Richtung Bezirksamt und dessen politische Führung auf: „Am Osdorfer Born werden öffentliche Spielplätze kaputt gespart.“ Diesen Vorwurf wollen die CDU-Bezirksabgeordneten Kaja Steffens und Tim Schmuckall mit den Ergebnissen einer Kleinen Anfrage an das Bezirksamt Altona untermauern.
Das Bezirksamt beantwortete insgesamt acht detaillierte Fragen zum Zustand der sechs Spielplätze in städtischem Eigentum. Dabei kommt das Amt zu einem überraschenden Eingeständnis: „Im Bezirk Altona werden alle öffentlichen Kinderspielplätze in der Unterhaltungspflege (...) nicht vollständig bedarfsgerecht gepflegt. Der Grund für die wertmindernde Unterhaltung liegt in den zu gering bemessenen finanziellen und personellen Kapazitäten.“ Im Klartext: Dem Bezirk fehlt das Geld, um die Spielgeräte regelmäßig zu erneuern.
So wurde etwa der Bornpark am Helmuth-Schack-See zuletzt 1999 - also vor 15 Jahren! - grunderneuert und instandgesetzt. Kosten, damals: 300.000 Euro. Der „Wasserspielplatz“ Achtern Born/Feldweg wurde zuletzt 1995 saniert - vor 19 Jahren! Kosten: 110.000 Euro. Und der Spielplatz Immenbusch wurde vor elf Jahren generalüberholt. Kosten: 158.000 Euro.
„Die Spielplätze sind ruinös unterfinanziert“, schimpft Schmuckall. „Alle Bezirksämter haben dasselbe Problem: Es handelt sich um Schrott- und nicht um Spielplätze. Dabei behauptet der SPD-Senat, Hamburg sei eine kinderfreundliche Stadt.“
Andreas Bernau, SPD-Sprecher im Grün-Ausschuss, fordert hingegen einen differenzierten Blick auf die rund 30 Spielplätze am Born: „Die sechs Bezirksspielplätze sowie die diversen in der Verantwortung der ansässigen Wohnungsbauträger befindlichen Spielplätze befinden sich in unterschiedlichen Zuständen.“ Bei manchen seien nur geringfügige Reparaturen notwendig. Bernau schlägt vor, „gemeinsam mit dem Amt jeden Bezirkspielplatz zu überprüfen, um dann (...) über Finanzierungsmöglichkeiten zu sprechen“.

Spielplätze am Born: ein Rundgang
Station 1. Bornpark am Helmuth Schacksee: Der Spielplatz wirkt sauber, aufgeräumt, sehr weitläufig. Wird allerdings auch von Grillern genutzt, die ihren Müll hinterlassen. Ein Privatunternehmen sorgt im Auftrag des Bezirks für Sauberkeit. Drei Mütter aus Elmshorn loben das Angebot. „So etwas etwas gibt es in Elmshorn nicht.“
Station 2, Bornheide: Auffällig sauberer Platz mit sehr viel Raum zum Spielen. Als das Wochenblatt vor Ort ist, mäht ein Trupp vom Bauhof den Rasen, sorgt gerade für Sauberkeit.
Station 3, Spielplatz Immenbusch: Auch sehr sauber, die Spielgeräte wirken intakt, bräuchten wohl mal wieder eine Auffrischung. Ein Team von Nutzmüll sorgte hier für Sauberkeit.
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