Siedlergemeinschaft Lohkamp: Zum Einzug gabs vier Hühner

Idylle im Jasminweg: Ursiedler Hannes Jackwirth (l.) erinnerte sich an die frühen Jahre. Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Lohkamp e.V. ist Ingo Striepe, Gattin Ursula ist für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. (Foto: rs)
Hamburg: Eidelstedt | von Reinhard Schwarz.
Der Bundeskanzler hieß noch Konrad Adenauer, war gerade zwei Jahre im Amt, da wurde sie 1951 gegründet: die Lohkampsiedlung. Dieses Jahr haben die Siedler einen Grund zum Feiern – das 60-jährige Bestehen der Siedlung am Rande Eidelstedts, kurz vor der schleswig-holsteinischen Grenze. Ebenso alt ist die Siedlergemeinschaft Lohkamp e.V., die am 5. August 1951 gegründet wurde.
Zu den Urgesteinen der Lohkampsiedlung gehört Hannes Jackwirth, der 1952 als Elfjähriger mit seiner Mutter hierher gezogen ist: „Das war teilweise noch Sumpfgebiet, wir haben damals noch Molche gefangen.“ Solche Amphibien-Arten gibt es heute noch in der Umgebung, die fast noch so aussieht wie vor 60 Jahren. Und das hat einen Grund: Die Siedlung steht seit 1985 unter Milieuschutz. Jackwirth: „Gemeint ist damit, dass die Häuser nicht verändert werden dürfen, der Charakter der Straße muss erhalten bleiben.“
Die Häuser stammen aus einer Zeit, als sechs Jahre nach Kriegs-ende Wohnraum knapp war. Entsprechend hatte eine Familie gerade mal rund 50 Quadratmeter zur Verfügung. Dafür war die Gartenfläche umso größer.
Die Siedler – so war es gedacht – sollten sich selbst versorgen. „Die Neusiedler bekamen damals als Erstausstattung vier Hühner, eine Harke, eine Grabeforke und eine Holzschubkarre mitgeliefert“, schildert Ursula Striepe, bei den Siedlern zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.
Hannes Jackwirth erinnert sich: „Bauträger war damals die Saga, so ein Haus kostete rund 15.000 Mark, die als Darlehen gewährt wurden.“ Das Darlehen wurde nach und nach über monatliche Ratenzahlung getilgt. Vieles hat sich seit den Anfängen geändert. Bis Mitte der 1970er Jahre wurden alle 265 Häuser an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen.
Gemeinsamkeit spielt eine große Rolle bei den Siedlern. Gemeinsam werden die Abwässergräber in Schuss gehalten und die Uferbefestigung. Gemeinsam wird auch gefeiert. Ihr 60-jähriges Bestehen will die Siedlergemeinschaft im Oktober feiern – demnächst ist ein Kinderfest geplant.
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