Sie vermitteln Kindern Spaß am Schmökern

Projektkoordinator Thomas Helfer (vorne r.) mit seinem Mentorenteam von der Grundschule Furtweg. Demnächst sollen zwei weitere Leselernhelfer dazustoßen. Foto: cvs
Hamburg: Schule Furtweg |

Erfolg für die Grundschule Furtweg: 17 Leselernhelfer unterstützen Schüler

von Christopher von Savigny

Wenn Faran (9) Schulschluss hat, ist er meist ziemlich überdreht. „Dann setzen wir uns erstmal hin, und er erzählt, was er in der letzten Stunde so gemacht hat“, berichtet Hans Peter Böhm. „Oder ich denke mir Ratespiele aus.“ Der Eidelstedter engagiert sich sich als ehrenamtlicher Lesementor an der Grundschule Furtweg. Ein halbes Jahr läuft das Projekt nun.
Jeweils ein Schüler der 2. bis 4. Klasse trifft sich einmal pro Woche nach dem Unterricht mit einem erwachsenen Leselernhelfer. „Mir macht das viel Spaß“, sagt Hans Peter Böhm. Und beim Lesen habe sich Faran schon sehr verbessert: „Er ist nicht mehr so zappelig.“
Im vergangenen Mai war das Projekt des Vereins Mentor Hamburg am Furtweg gestartet. Ein halbes Jahr später sind bereits 17 Mentoren aktiv, zwei sollen demnächst noch dazukommen. „Ein Riesenerfolg“, freut sich Schulleiterin Ursula Scheller. „Damit haben wir nicht gerechnet.“
Die zusätzliche wöchentliche Stunde soll Kindern dabei helfen, den Spaß am Lesen (wieder) zu finden. „Für die Schüler bedeutet es schon sehr viel, einen Erwachsenen für eine Stunde ganz für sich allein zu haben“, weiß Ursula Scheller. „Es geht ja nicht nur ums Lesen, sondern auch darum, eine Beziehung aufzubauen.“ Auch die Mentoren profitieren von den Treffen. „Wenig Aufwand, viel Freude“, sagt einer der Teilnehmer. „Die gemeinsame Stunde gibt einem unheimlich viel.“
Mit zwei Schwierigkeiten hat die Schule indes zu kämpfen. Das erste ist ein Luxusproblem: Weil sich am Furtweg so viele Leselernhelfer gemeldet haben, muss die Schulleitung zusehen, wie sie alle Lerntandems unterbringt. „Noch kommen wir zurecht“, sagt die Rektorin.
Zweites Problem: Nach Schulschluss sind die Kinder zunächst müde oder überdreht. „Das Problem ist bekannt“, sagt Thomas Helfer, Vereins-Koordinator für die Stadtteile Eidelstedt, Stellingen, Schnelsen und Niendorf. Aber aus logistischen Gründen ließen sich die Termine leider nicht anders legen. Ausnahme: Wenn die Kinder in der Nähe wohnen, kann man sich erst nach dem Mittagessen zu treffen. Mancher geht mit seinem Schützling auch erstmal eine Viertelstunde auf den Spielplatz – um das Gehirn durchzulüften.
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