Sexuelle Übergriffe – Polizei zeigt Präsenz

Insbesondere im Bereich der Großen Freiheit wurden mutmaßlich mehr als 140 Frauen Opfer sexueller Übergriffe, begangen von Männern vorwiegend nordafrikanischer Herkunft. Als Reaktion darauf waren am vergangenen Wochendene des Nachts jeweils rund 120 Beamte auf dem Kiez im Einsatz. Foto: Joto
Hamburg: Große Freiheit |

153 Strafanzeigen wegen sexueller Belästigung gegen
Frauen in der Silvesternacht – jetzt auch Videotechnik im Einsatz

René Dan, St. Pauli

Mehr als 140 Frauen wurden in der Silvesternacht auf St. Pauli offenbar Opfer massiver sexueller Übergriffe oder weiterer Straftaten. Hierauf hat die Polizei am Wochenende mit umfangreichen Maßnahmen reagiert. Rund 120 Beamte waren jeweils in der Nacht auf Sonnabend, 9. Januar, und auf Sonntag, 10. Januar, rund um die Reeperbahn im Einsatz. Insgesamt wurden rund 470 Menschen überprüft.

Drei Männer haben zwei
Frauen bedroht

Im Gedränge der Silvesternacht waren die Frauen von Männern erst umringt und dann am Körper betatscht worden – darunter an Busen, Po und im Intimbereich, auch unter der Kleidung. Die Täter – bislang wurde niemand in Hamburg gefasst – sollen zumeist arabischer beziehungsweise nordafrikanischer Herkunft sein. Zu diesen sexuellen Übergriffen kamen häufig auch Diebstähle hinzu – von Portemonnaies, Bargeld, Ausweispapieren oder Smartphones.
Eine Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes bearbeitet insgesamt 153 Strafanzeigen wegen sexueller Übergriffe in der Silvesternacht. Zwei beziehen sich auf Körperverletzungen. Die meisten Straftaten wurden im Bereich Große Freiheit begangen, einige wenige am Jungfernstieg.

Auch letztes Wochenende
sexuelle Übergriffe

Bei den Einsätzen vom vergangenen Wochenende nahmen Polizisten auch mit mobiler Videotechnik das Kiez-Geschehen auf. Am Sonnabend, 9. Januar, konnten Zivilfahnder zwei Frauen vor drei betrunkenen Männern (26, 28, 28) retten, die die 25- und die 26-Jährige mit einer Schusswaffe bedroht hatten. Die Beamten nahmen das Trio vorläufig fest.
Trotz massiver Polizeipräsenz kam es auf dem Kiez auch an diesem Wochenende zu sexuellen Übergriffen an Frauen. So zeigten am Sonntag zwei betrunkene Frauen (36, 41) um 2.50 Uhr an, dass sie von Männern arabischen Aussehens sexuell belästigt worden seien.
Zudem hat laut Bundespolizei ein Mann am Sonntag, 10. Januar, um kurz nach 2 Uhr einer 31-Jährigen an der S-Bahnstation Reeperbahn an das Gesäß gefasst. Die Frau, die von einer 21-Jährigen begleitet wurde, verbat sich gegenüber dem Trio, das hinter ihr auf der Treppe stand, solch ein Verhalten. Als die Belästigte die Polizei anrufen wollte, packte der Tatverdächtige die Frau am Handgelenk und schüttelte sein Opfer.
Die beiden Frauen und die Täter fuhren in der gleichen S-Bahn Richtung Hauptbahnhof. Dort konnte konnte die Bundespolizei einen aus der Tätergruppe stellen. Der Haupttäter ist weiterhin auf der Flucht.
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