Schüler drehen Top-Filme mit Handys

Für das medienpädagogische Projekt „MobileMovie“ haben Schüler ihre Handys an den unterschiedlichsten Stellen befestigt. Foto: pr

Medienpädagogisches Projekt: Am 4. April werden 26 Filmclips an Gebäude projiziert

Der Betrachter übernimmt mal den Blickwinkel einer Ratte, die über den Asphalt flitzt, bis sie in einen Müllsack stürmt. Mal hat er die Perspektive eines Einkaufswagens, der durch einen Supermarkt rast – teilweise sieht man die bunte Warenwelt nur durch die Gitter des Wagens. Solche Sichtweisen bieten Schüler in rund einminütigen Handyfilmen: So haben Zwölftklässler der Stadtteilschule Blankenese den Streifen „Rattenauge“ gedreht und Zehntklässler der Stadtteilschule Eidelstedt „Penny“. Die Kids haben am Projekt „MobileMovie“ teilgenommen. Am Mittwoch, 4. April, wird ein Teil der Filmclips in Hamburgs Innenstadt gezeigt –an Gebäudewänden (siehe Info unten).
„Wir sind alle ziemlich aufgeregt“, sagt Julia Fechner von der Stadtteilschule Eidelstedt. Die 15-Jährige hat mit den Schwestern Denise und Nadine Herzog den Streifen „Balls balls balls“ gedreht – auch er wird auf einer Hauswand in der City zu sehen sein. Zuerst ist der Betrachter in Augenhöhe von Rugby-, Golf- und Volleybällen – so sieht er zum Beispiel Volleybälle in Augenhöhe über ein hohes Netz fliegen. Denn sieht man Bälle über einen hinweg sausen – bis ein Basketball einen „aufs Auge“ trifft: Der Ball fällt direkt auf das Handy. „Es ist heil geblieben“, freut sich Julia Fechner.
Für die Schülerin ist klar: Das rund dreimonatige Projekt aus dem Kunstunterricht „hat richtig Spaß gemacht“. Kunstlehrerin Julie Heitmann, die vom Medienpädagogen Sören Wendt unterstützt wurde, ist ebenfalls begeistert: „Die Filme sind großartig – sie haben ganz tolle Blickwinkel.“ Julia Fechner hat zum Beispiel das Handy außer an den Arm auch an den Fuß und einen Hockeyschläger befestigt. Andere legten Handys unter Glasplatten oder klebten sie mit Krepp an Skateboards oder an einen Staubsaugerschlauch.
„Mit diesem Projekt wollten wir Schülern und Lehrern ermöglichen, das Handy als ein Produkt kennenzulernen, mit dem man Kunst machen kann“, erklärt Andreas Hedrich, der Leiter des Kooperationsprojektes „MobileMovie“. 26 der hamburgweit 86 Handyvideos, die an elf Schulen entstanden sind, werden heute Abend gezeigt. Für Medienpädagogen Hedrich ist klar: „Der Abend wird spektakulär.“

Vorführung beginnt an der Europa Passage
26 der insgesamt 86 Videoclips, die mehr als 300 Schüler der Klassen 8 bis 13 gedreht haben, werden am Mittwoch, 4. April, an Wände der Hamburger Innenenstadt projiziert. Beginn: 20.15 Uhr an der Europa Passage, Eingang Hermannstraße. Die rund einstündige Tour wird an vier weiteren Gebäuden der City fortgesetzt. Interessierte sind zum Event eingeladen, die Teilnahme ist kostenlos.
Das medienpädagogische Projekt „MobileMovie“ ist entstanden als Kooperation von Hamburger Schulen, dem Landesinstitut für Lehrerbildung und von Partnern wie dem jaf e.V. – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg.
Interessierte finden alle Clips von MobileMovie, zusammem mit weiteren Informationen, unter www.mobilemovie-hamburg.de im Internet. DA
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