Schluss nach 47 Jahren

Der Spielmannszug des SV Eidelstedt beim Marsch 1987. (Foto: pr)

Spielmannszug des SV Eidelstedt löst sich auf – es gibt keinen Nachwuchs mehr

Jahrzehntelang gehörten sie zum kulturellen Leben Eidelstedts dazu, doch bald ist Schluss: Nach 47 Jahren löst sich der Spielmannszug des SV Eidelstedt auf – wegen Nachwuchsproblemen.
Zuletzt waren sie nur noch zu zehnt. Diese Besetzung reicht an sich nicht, um das Repertoire angemessen zu spielen. Aber aufhören wollten die Aktiven nicht. „Wir haben Jahr für Jahr am Limit gekämpft, um bei jedem unserer Auftritte trotz aller Widrigkeiten ein nettes Bild und schöne unterhaltsame Musik zu bieten“, sagt die musikalische Leiterin Tamara Ruge. Sie ist schon seit 31 Jahren dabei, fing mit 15 im Spielmannszug an. Es war eine andere Zeit: Die Gruppe hatte etwa 40 Mitglieder – ausreichend, um ihr breites Repertoire aus Pop, Klassikern für Laternenumzüge und auch Märsche ordentlich zu spielen. Ihr Markenzeichen waren Songs mit Pep und Tempo – von Abba, Herbert Grönemeyer oder den Sportfreunden Stiller.

In den 1970er-Jahren waren bis zu 50 Musiker dabei

1968 wurde der Spielmannszug gegründet, in der besten Zeit in den 1970er-Jahren waren 50 Musiker dabei. Bis Mitte der 1990er sank die Zahl auf etwa 30, 2010 waren es noch 16 – damals schon zu wenig. „Aber der Spaß an der Musik und das kameradschaftliche Miteinander haben uns zusammen gehalten. Jeder Spielmannn hat sein Möglichstes getan, um bei allen Auftritten dabei zu sein. Da wurden nicht selten sämtliche privaten und sogar beruflichen Interessen hinten an gestellt“, erzählt Ruge.
Aktuell sind sie nur noch neun plus Leiterin. Etliche Versuche, junge Spielleute zu finden und langfristig an den Zug zu binden, schlugen fehl. Ab nächstem Jahr haben weitere vier Musiker keine Zeit mehr. Das endgültige Aus.
Tamara Ruge denkt an viele schöne Momente zurück: An hunderte Laternenumzüge in und um Hamburg, die ihre Gruppe musikalisch begleitete. An mehrmalige Auftritte beim Hafengeburtstag oder bei der Weihnachtsparade in der Mönckebergstraße. Sogar beim Rosenmontagsumzug in Mainz und in Marne waren die Eidelstedter Musiker mit dabei.
Nur noch Geschichte. „Wir blicken auf eine tolle Zeit zurück und werden sie vermissen. Ein großer Dank an alle, die uns durch die Jahre begleitet haben. So bleibt uns nur zu sagen: ,In Hamburg sagt man Tschüß’.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.