S-Bahnhof Elbgaustraße: Elf Behörden ringen um kleine Verbesserungen

Die Farbe blättert ab: Der Bahnhof Elbgaustraße macht den Eindruck, als wäre hier seit den 1970er Jahren die Zeit stehen geblieben. (Foto: rs)
 
Düster und schmuddelig wirkt die Straße unter der Bahnbrücke. Die Graffiti an den Wänden stammen noch aus den 1990er-Jahren. Die Bahn hat für eine Neugestaltung kein Geld. Argument fürs So-Lassen: Die Malereien gefährden nicht die Eisenbahninfrastruktur. (Foto: rs)
Hamburg: S Elbgaustraße |

An der Schmuddelecke soll es Schrittchen für Schrittchen voran gehen - vielleicht

Reinhard Schwarz, Eidelstedt

Schmuddelig, unübersichtlich, düster: Seit Jahren sind der S-Bahnhof Elbgaustraße und das Umfeld vielen Bürgern ein Ärgernis. Tausende Menschen aus den umliegenden Stadtteilen steigen hier von Bus oder Auto auf die S-Bahn um und umgekehrt. Aber wer hier ankommt, sieht zu, die Örtlichkeit schnell wieder zu verlassen. Tote Tauben in der Unterführung, schmutzige Gehwege und ein Antlitz wie aus den 80er-Jahren: Wenig hat sich getan in den vergangenen Jahrzehnten.
Doch es gibt etwas Bewegung: Alle verantwortlichen Akteure – von der S-Bahn bis zum Bezirksamt – haben die Probleme und mögliche Lösungen aufge-listet. Herausgekommen ist eine Übersicht mit 58 Punkten unter der Regie des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV). Grotes-kes Nebenergebnis: Elf Behörden sind zuständig für eine Fläche von der Größe etwa eines Fußballfeldes.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer hier umsteigt, muss weiterhin Geduld haben. So schnell tut sich nichts Grundlegendes am Schmuddelbahnhof.
Ein Beispiel: Zum „Vorplatz Ecke/Zufahrt Weidplan, unterhalb der Brücke“ heißt es: „Gebäudewand mit Graffiti und Plakaten bedeckt“. Als Handlungsmaßnahme steht dazu: „Da die Graffiti und Plakate nicht die Eisenbahninfrastruktur gefährden, sind keine Maßnahmen zur Verschönerung geplant. DB Netz (Tochterfirma der Deutschen Bahn., d. Red.) stehen für solche Maßnahmen keine Mittel zur Verfügung.“ Im Klartext: Kein Geld, kein Grund zum Handeln, hier ändert sich nichts.
Zarte Hoffnung keimt unter Punkt Zehn auf, wo es um das halbdurchsichtige Pissoir geht. Hierzu heißt es: „Wird häufig frequentiert. Für Frauen gibt es kein WC-Angebot. Pissoir ist standpunktabhängig einsehbar.“ Bei der Stadtentwicklungsbehörde gebe es sogar ein „WC-Gutachten“, demzufolge die „Urinalanlage Elbgaustraße durch eine herkömmliche Toiletten-anlage“ ersetzt werden soll. Allerdings: „Über eine Perspektive für die Realisierung kann derzeit noch nichts gesagt werden.“ Im Klartext: Passiert noch nichts.

„Kein Handlungsbedarf“


Die Untersuchung zu den Missständen am Bahnhof Elbgaustraße listet zwar 58 problematische Punkte auf, aber nur an zwölf Stellen werden konkrete Maßnahmen in Aussicht gestellt. Neun Mal wurde von den Verantwortlichen mitgeteilt, man wolle die Entwicklung „beobachten“ oder „nochmal prüfen“. Vierzehn Mal hieß es: „kein Handlungsbedarf“. Auch während einer
Diskussion im Regionalausschuss Stellingen blieben Vertreter des HVV klare Ansagen über baldige Verbesserungen schuldig. Angesichts des Zuständigkeitswirrwarrs regte Michael Freitag, Regionalbeauftragter des Bezirksamts Eimsbüttel für Eidelstedt und Stellingen, an: „Eine Zusammenführung der Zuständigkeiten wäre wünschenswert.“

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