Rotlicht-Alarm im Dorf

Das Ensemble der Volksspielbühne „die Rampe“ freut sich auf die Premiere des plattdeutschen Lustspiels „Moral in Müggenhusen“. Foto: pr
Hamburg: Eidelstedter Bürgerhaus |

Volksspielbühne „die Rampe“ führt plattdeutsche Komödie „Moral in Müggenhusen“ auf

rené dan, eidelstedt
Die heile Welt im Dorf Müggenhusen gerät mächtig ins Wanken. Die Mergelkuhle, das Erholungsgebiet der ganzen Gegend, will eine Chemiefirma mit Industriemüll zuschütten. Fräulein Oberpostsekretärin Anni Rehbehn aber warnt noch vor viel Schlimmerem: Im Dorf ist die Moral in Gefahr – hat sich doch ein Nachtclub etabliert. Die Sittenwächterin wettert gegen die Lasterhöhle. Die daraus folgenden Verwicklungen zeigt die Volksspielbühne „die Rampe“. Sie führt im Eidelstedter Bürgerhaus Jens Exlers „Moral in Müggenhusen“ auf. Die plattdeutsche Komödie feiert am Sonnabend, 11. Februar, Premiere.
„Im Stück wird jedes Klischee bedient“, sagt Regisseurin Anita Bast insbesondere mit Blick auf den Feldzug gegen den Nachtclub. Die erfahrene Regisseurin fügt hinzu: „Man kann viel lachen – und es ist gleichzeitig ein zeitnahes Stück.“ Tatsächlich berichteten die Medien vor Kurzem über die Doppelmoral in einem Dorf, in dem die Männer ähnlich auf ein Etablissement aus dem Rotlichtmilieu reagierten wie in Exlers Stück: Der Besuch wird heimlich genossen.
Im niederdeutschen Lustspiel geben die Frauen ihren Ehemännern vor: Das Striptease-Lokal muss verboten werden. Der Bürgermeister (Jürgen Christensen) und zwei führende Gemeinderäte (Hermann von der Heide und Uwe Junge) gehen immer wieder ins verpönte Lokal. Offiziell, um es zu inspizieren – von den mitgebrachten Rosen sollen die Ehefrauen aber nichts erfahren.
Das Unausweichliche passiert: Auf der Ratssitzung wird der Nachtclub erlaubt. Doch die Herren hatten nicht den Bürgermeistersohn Fred Noogens (Karl-Heinz Wonderlich) und seine Freundin, die Lehrerein Uschi Kröger (Monika Grosse), auf der Rechnung.
Die „Lehrersch“ rät den Frauen, „sich aufzustylen“, erklärt Anita Bast. Angesichts derart toller Ehefrauen wollen die Gatten nichts mehr vom anrüchige Lokal wissen. Das Etablissement geht Pleite. Und auch den Umweltfrevlern wird das Handwerk gelegt.
Alle sind glücklich, bis auf Anni Rehbehn (Ingelore Stein). Die Oberpostsekretärin stört sich am neuen Styling der Dorfrauen mit verführerischem Parfum, Lippenstift und modischer Frisur. Anita Bast: „Sie empfindet das alles als Sündenpfuhl – und lässt sich entnervt versetzen.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.