Raus aus der Schuldenfalle!

Mark Schmidt-Medvedev, Leiter der Altonaer Schuldnerberatung „afg worknet“, berät auch Schuldner im Eltern-Kind-Zentrum an der Lohkampstraße. Foto: fh
Hamburg: Eltern-Kind-Zentrum der Kita StadtOase |

Kostenlos: Schuldnerberater kommt ins Eltern-Kind-Zentrum an der Lohkampstraße

Frauke Heiderhoff, Eidelstedt
Jessica G. ist verzweifelt. Der 29-Jährigen wurde die Wohnung fristlos gekündigt. Der Grund: Mietschulden. Mit dem Brief ihres Vermieters geht sie zur Schuldnerberatung im Eltern-Kind-Zentrum der Kita StadtOase. Mark Schmidt-Medvedev, Leiter der Altonaer Schuldnerberatung „afg worknet“, ist mit derartigen Fällen vertraut. Er hat es geschafft, bereits verschiedenen Menschen wieder aus der Schuldenfalle herauszuhelfen.
Verschuldete Menschen wie Jessica G. bekommen Hilfe in der Schuldnerberatung, die im Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) an der Lohkampstraße seit Anfang des Jahres angeboten wird. Verschuldete Menschen können vorbeischauen (siehe Info). Die kostenlose Beratung bietet Hamburgern die große Chance, sich zu entschulden.
Hauptgrund für Jessica G.s Schulden: Arbeitslosigkeit und Scheidung. Einige Rechnungen bei Inkassounternehmen hat die Luruperin dennoch bezahlt.
Schmidt-Medvedevs Strategie: Prioritäten setzen. Vorrangig gilt es nun, Schulden zu tilgen, beispielsweise für Miete, Strom, Gas und Wasser. Das Konto wird in ein Pfändungsschutz-Konto umgewandelt. Darüber hinaus wird die Fachstelle für Wohnungssicherung kontaktiert. Die Folge: Trotz Pfändung kommt die junge Mutter an ihr Geld von Jobcenter und Kindergeldkasse. Durch das Weglassen von „Zwangsraten“ wird sie zukünftig die Zahlungen für die Wohnung leisten können.
Jessica G. ist eine von vielen Schuldnern. Laut Schuldenatlas sind in Hamburg rund 180.000 Menschen in der gleichen Situation. Doch bei der Schuldnerberatung melden sich nur etwa 3.000 Menschen. „Das Thema ist für viele ein Tabu“, sagt Schmidt-Medvedev. Gründe für die Verschuldung: Trennung, Krankheit und gescheiterte Selbstständigkeit. „In den meisten Fällen ist der Betroffene nicht für seine unglückliche Lage verantwortlich“, weiß der Experte.
„Ich finde es wunderbar, dass wir in unserem EKiZ eine Beratung anbieten können“, sagt Gabriela Bartz, Leiterin des Eltern-Kind-Zentrums. Für die Kennerin des Stadtteils ist klar: „Das Angebot ist aufgrund der hohen Nachfrage notwendig.“

Kontakt und Termine
Schuldnerberatung, Eltern-Kind-Zentrum Eidelstedt, Lohkampstraße 41. Die Beratung wird jeden dritten Dienstag im Monat von 10 bis 12 Uhr angeboten, Tel. 571 28 722. Die nächsten Termine: 20. November und 18. Dezember. Nähere Informationen bekommen Interessierte unter www. afg-schuldnerberatung.de im Internet.
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