Politik „enttäuscht“ vom Nein der Bürgerini

Die geplante Bebauung der Grünfläche vor dem Eidelstedt Center sorgt weiterhin für geteilte Auffassungen im Stadtteil. Foto: da
 
Mechthild Führbaum (SPD), Vorsitzende der Bezirksversammlung Eimsbüttel, betont: „Wir halten unser Gesprächsangebot an die Initiative aufrecht.“ Foto: pr

„Grünes Zentrum Eidelstedt“ lehnt weiter Moderation ab – kein Termin für Gespräche

Die Bezirksversammlung Eimsbüttel übt jetzt Druck aus auf die Bürgerinitiative „Grünes Zentrum Eidelstedt“: „Mit Ausnahme der Linken sind alle Fraktionen enttäuscht über die Ablehnung moderierter Gespräche“, sagt Mechthild Führbaum (SPD). Damit reagiert die Vorsitzende der Bezirksversammlung auf das Nein des Bürgerbegehrens zu einer professionellen Moderation über die geplanten Erweiterung des Eidelstedt Centers. Und: Trotz Gesprächsangeboten ohne Moderation konnten sich Ini und Bezirksversammlungsspitze bislang auf keinen gemeinsamen Termin einigen.
„Zu unserem Demokratieverständnis gehört es, alle Beteiligten und Betroffenen an Kompromissgesprächen zu beteiligen“, betont Mechthild Führbaum. Horst Becker, Vertrauensperson von „Grünes Zentrum Eidelstedt“, sieht das auch so – allerdings vermisst er die Basis für eine professionelle Moderation. „Der zwischen der Bezirksversammlung und der MEAG (der Eigentümervertreterin des Centers, d. Red.) abgestimmte Kompromissvorschlag ist kein Kompromiss“, so Horst Becker: Wenn eine Bebauung der Grünfläche weiter geplant werde, dann können man sich „die 25.000 Euro für eine Moderation sparen“.
Mechthild Führbaum bestreitet jedoch, dass es eine solche Vorabsprache gibt. Sie räumt jedoch ein, dass die MEAG das Center weiterhin auf der Grünfläche erweitern will. MEAG-Projektmanager Frank Balser fügt hinzu: „Es geht um die Gesamtsituation im Eidelstedter Zentrum. Wir sind gerne bereit, etwas zu schaffen, das mehr als nur einen Ausgleich für die Grünfläche darstellt.“ Und Führbaum sagt: „Wir verfolgen Pläne, die einmal einstimmig beschlossen wurden.“
Das aber stellt Horst Becker nicht zufrieden: „Wir haben ein Mandat, die Bäume und die Fläche zu schützen.“ Im Gespräch mit BV-Präsidium und Eimsbüttels Fraktionschefs wollen die Vertrauensleute herausfinden: „Gibt es die Bereitschaft, eine Centererweiterung auf einer anderen Fläche in Betracht zu ziehen?“ Mechthild Führbaum scheint hierfür offen: „Ich höre mir auch andere Ideen an.“ Sie ergänzt: „Einem Kompromiss muss aber auch der Investor zustimmen.“

Streit um Zahlen – und traurige Vorsitzende
Die Bezirksabgeordnete Astrid Dahaba (Linke) kritisiert eine Presseerklärung von Mechthild Führbaum (SPD). Darin hatte die Vorsitzende der Bezirksversammlung geschrieben, dass für „Grünes Zentrum Eidelstedt“ der Erhalt von sechs Bäume Vorbedingung für moderierte Gespräche sei. Solche eine Zahl hat die Ini aber nie genannt.
Astrid Dahaba verweist zudem auf das Bezirksamt, wonach für eine Erweiterung 17 Bäume gefällt werden müssten. Und ihr zufolge seien es bei einer Betrachtung unabhängig vom Baumdurchmesser 27 Bäume. „Es ist erschreckend, wie oberflächlich die anderen Fraktionen mit diesem Thema umgehen“, so Dahaba zur Presseerklärung, der die anderen Fraktionen zugestimmt haben. „Die Zahl sechs ist falsch“, räumt Mechthild Führbaum ein. Ihr zufolge gehe es um „die großen Bäume“. GAL-Fraktionschef Roland Seidlitz ergänzt: „Es ist nicht glücklich, dass eine falsche Zahl genannt wird.“
Mechthild Führbaum hofft derweil auf einen Terminvorschlag für Gespräche mit der Initiative. „Ich bin traurig, dass es noch zu keinem gemeinsamen Gespräch gekommen ist.“ Wenn Politik und Ini nicht bis zum 30. März einen Kompromiss gefunden haben, kommt es zum Bürgerentscheid. Dessen Kosten „liegen bei rund 220.000 Euro“, erläutert Stephan Glunz, Eimsbüttels stellvertretender Bezirksabstimmungsleiter. DA
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