Platz für Fahrräder statt für Autos

Högenstraße: Fahrradstraße geplant – Kritik von Bürgern

Carsten Vitt, Stellingen

Hamburg will radfreundlicher werden. Das Bezirksamt Eimsbüttel plant den Umbau der Högenstraße in Stellingen zu einer Fahrradstraße. Zwischen Langenfelder Damm und Brehmweg / Wasserturm sollen Radler Vorrang haben, für Autos fällt Platz weg. Dagegen haben Anwohner Einwände. Das Wichtigste im Überblick.

Was ist geplant?
Zwischen Langenfelder Damm und Steenwisch sollen nur noch Anwohner fahren dürfen, kein Durchgangsverkehr mehr. Am Steenwisch wird ein Mini-Kreisel gebaut. Zwischen Brehmweg und Spannskamp wird der Weg neu asphaltiert. Insgesamt fallen Parkplätze in der Straße weg.

Was kritisieren Anwohner?
Den aufwändigen Umbau an sich und den Wegfall von Parkplätzen. „Es hat nie gravierende Probleme zwischen Radfahrern, Anwohnern, Gärtnern und
sonstigen Nutzern gegeben, es war immer ein friedliches gutes Miteinander“, sagt zum Beispiel Linda Hübner. Sie hält es für vollkommen ausreichend, die Straße neu zu asphaltieren und ansonsten die Aufteilung zwischen Radlern und Autos so zu lassen wie bisher. Problematisch sei auch der Wegfall der Parkplätze.
Ein anderer Bürger hält das Radeln in der Högenstraße für „relativ erfreulich“, so dass dort nichts geändert werden müsste. Sein Vorschlag: „Eine Veloroute durch die Hagenbeckstraße als Fahrradstraße würde wirkliche Verbesserungen für Radfahrer bringen und außerdem zu wesentlich weniger Konflikten mit Anwohnern führen.“

Was sagt das Bezirksamt?
Im Prinzip: Wo es schon gut läuft, soll es noch besser werden. Gerade auf Strecken abseits der vielbefahrenen Hauptverkehrsrouten seien daher spezielle Abschnitte für Radfahrer vorgesehen. Eine solche Fahrradstraße stelle „einen Gewinn an Komfort und Verkehrssicherheit für die vielen Fahrradfahrer dar, die sich über eine Veloroute über eine vergleichsweise lange Strecke bewegen“, so Sprecher Andreas Aholt. Die Högenstraße müsse ohnehin saniert werden, daher plant das Amt gleich den Umbau für Radler mit.

Können Parkplätze erhalten werden?
Vielleicht ein paar. Schwierig wird es vor allem im Abschnitt zwischen Brehmweg und Steenwisch. Dort soll die Fahrbahn fünf Meter breit sein und in Gehwege ohne hohe Kanten übergehen (Stichwort: Barrierefreiheit). Daher könnten keine Parkplätze eingerichtet werden. Das Amt will aber noch prüfen, ob doch Parkplätze erhalten bleiben.

Könnte eine Fahrradstraße woanders gebaut werden?
Nein, umplanen will das Bezirksamt nicht. Das Veloroutenkonzept, nach dem die Radstrecken nun ausgebaut werden, ist mit der Bezirkspolitik und Interessengruppen diskutiert und beschlossen worden. Daran werde nicht mehr gerüttelt. Einwände – wie zum Beispiel zur Parkplatzfrage – sollen aber „wo möglich“ berücksichtigt werden.

Wann geht der Umbau los?
Vermutlich im Frühjahr 2018. Die fertigen Pläne sollen im Herbst vorliegen.
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