Parkplatz-Nepp in Eidelstedt?

Der große Parkplatz an der Pinneberger Chaussee verärgert viele Nutzer. Der Vorwurf: Manchmal muss man, trotz Parkschild und nicht überschrittener Parkzeit, viel Geld zahlen. Fotos: JC

Autofahrer beschweren sich über „unseriöse Praktiken“

Jenifer Calvi, EIDELSTEDT
Dieser Parkplatz ärgert Autofahrer: Immer wieder werden Fahrzeuge an der Pinneberger Chaussee in Eidelstedt abgeschleppt. „Abzocke“, meinen einige Geprellte. Es geht um den großen Parkplatz zwischen der Pinneberger Chaussee 11 und 13, nahe des AKN-Bahnhofs.
„Wir hören von unseren Kunden, dass Abschlepptickets ausgestellt wurden, obwohl die erlaubte Parkzeit von zwei Stunden noch nicht überschritten war“, sagt eine Angestellte des anliegenden Sonnenstudios. Autofahrerin Susanne T. hat es erlebt: „Ich kam dazu, als der Kontrolleur das Abschleppti-cket schrieb – eindeutig zu früh. Meine Parkzeit, die ich auf der Parkscheibe korrekt eingestellt hatte, war noch nicht abgelaufen. Ich hatte mindestens noch 15 Minuten. Jetzt soll ich Gebühren zahlen, obwohl ich korrekt gehandelt habe.“
Im Gegensatz zu ihr, die nicht bereit ist zu zahlen, hat die Mitarbeiterin eines nahe gelegenen Lottoladens bereits 185 Euro gelöhnt, um ihren abgeschleppten Wagen auszulösen.
Pikant: Die Abschleppfirma ABT Logistik, die die Tickets ausstellt, ist in Hamburg bekannt für ihre „Kompromisslosigkeit“. Die CDU Hamburg hatte aufgrund von Bürgerbeschwerden gefordert, die in Verruf geratene Abschleppfirma aus dem Verkehr zu ziehen.

Was können Behörden und Polizei tun? 

Verärgerte Autofahrer haben es beobachtet: Ein Kontrolleur im schwarzen Smart fotografiert Autos mit einem Tablet. Wer den Parkplatz betreibt, verrät ABT Logistik „aus Datenschutzgründen“ nicht. „Auch irgendwie komisch“, findet Susanne T. und „das ist doch Abzocke, reine Schikane“, da sind sich die Betroffenen einig. Zudem ist anhand der Schilder gar nicht zu erkennen, welche Geschäfte dort Parkplätze für ihre Kunden bereithalten. Absicht?
Verkehrsbehörde, Bezirksamt und Polizei können jedenfalls nicht eingreifen. Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde: „Es stehen ausreichend Warnschilder am Platz – und es handelt sich um ein privates Gelände. Da sind wir nicht zuständig.“
Was tun? Die Verbraucherzentrale meint: „Das ist Nepp, die Gebühren sind zu hoch.“ Sie warnt aber auch: „Die Rechtslage ist eindeutig.“ Denn wer ohne die Zustimmung des Besitzers oder Eigentümers eines Grundstücks auf dessen Privatgrund ein Fahrzeug abstellt, begehe eine Besitzstörung (Paragraf 858 Bürgerliches Gesetzbuch). Wer Hilfe braucht, kann sich bei der Verbraucherzentrale melden. Ansonsten hilft wohl nur eins: Diesen dubiosen Parkpatz an der Pinneberger Chaussee besser meiden!
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