„Nicht gut, ihn zu ignorieren“

Egon Tegge mit Schüler-Pokal: „Ich war sehr gerührt über die Resonanz, die ich hier bekommen habe“, sagte der Pensionär in spe. Die neue Schulleiterin heißt Susanne Strüwe-Voss. (Foto: cvs)

Schulleiter Egon Tegge vom Goethe-Gymnasium wurde verabschiedet

Christopher von Savigny, Lurup

Die launigsten Abschiedsworte fand Hamburgs Schulsenator: „Wir sind ja alle sehr traurig, dass sie schon sooo alt sind“, sagte Ties Rabe (SPD). „Man sieht es Ihnen nämlich gar nicht an!“ Knapp zwei Jahre länger als bis zum üblichen 65. Lebensjahr war Egon Tegge als Schulleiter des Goethe-Gymnasiums im Dienst – jetzt wurde der beliebte Direktor von Eltern, Schülern und Kollegen feierlich verabschiedet. Und nicht nur der Hauptperson des Tages bereitete das Lebewohl nach 13 Jahren sichtlich Mühe: „Während der gesamten Zeit habe ich meine Aufgabe tagtäglich mit großer Freude übernommen“, so Tegge. „Daher weiß ich eigentlich gar nicht, weshalb ich jetzt in den Ruhestand gehe!“

„Hartnäckig und nervig“ - das sind Komplimente


Zu Ehren des scheidenden Schulleiters sorgte die Schule, die für ihren Musikschwerpunkt bekannt ist, für ein Programm, das jedem Konzert Ehre gemacht hätte: Den Auftakt machte der Unterstufenchor mit „Die perfekte Welle“, es folgten das Orchester mit „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin und der Große Chor mit „Lullaby of Broadway“. Die Bigband stimmte ein Medley aus Dexter Gordons „Cheese Cake“ und dem James-Bond-
Hit „Skyfall“ an, der Kammerchor sang „Fascinating Rhythm“ und die Lehrerband schließlich bat zum „Letzten Tanz“.
Gelobt wurden Tegges kooperativer Umgangston und sein Mut zu Veränderungen.
Ties Rabe beschrieb Tegge (in dessen Funktion als Sprecher der Hamburger Gymnasien) als „hartnäckig, nervig und lästig“ – was durchaus als Kompliment gemeint war. „Es tat nicht gut, ihn zu ignorieren“, so Rabe. Auch wenn seine Laufbahn am „Goethe“ nun beendet ist – als Berater und Streitschlichter wird Egon Tegge der Behörde noch eine Weile erhalten bleiben. „Ich bin jetzt hier mal weg, aber ich bin weiter da“, so Tegge abschließend.
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