Neue Perspektiven

Zandile Darko, Elmira Ghafoori und Dorothea Reinicke (v. l.). Foto: K.P. Flügel

Kulturprojekt Hajusom wurde vor 17 Jahren gegründet

K.P. Flügel, sternschanze

Bei Hajusom wird in grenzüberschreitenden Kategorien gedacht. Gegründet wurde das Kunstprojekt vor 17 Jahren. „In einer Erstversorgungseinrichtung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, deren Leiterin eine Freundin meiner Partnerin Ella Huck war, gab es drei Jugendliche, die scharf darauf waren, Theater zu machen“, erzählt Dorothea Reinicke.
Die Hajusom-Macherin er- innert sich noch sehr gut, wie drei Jugendliche ihre Unterschriften unter einen Förderungsantrag bei der Kulturbehörde setzten. Es waren Hatice aus Kurdistan, Jusef aus Afghanistan und Omid aus dem Iran. Aus den Anfangsbuchstaben ihrer Namen setzten sie den Namen für ihr Projekt zusammen.
„Für uns ist nicht wichtig,
woher die Leute kommen. Uns geht es auch nicht darum, die echten Fluchtgeschichten darzustellen“, betont Dorothea Rei-nicke. Vielmehr werde nach Schnittflächen gesucht, an denen sich die Leben der Geflüchteten mit denen anderer Menschen überschneiden. So auch im neuen Stück „Wake Up“ (siehe Info-Kasten).
Nicht alle, die bei Hajusom
aktiv sind, haben eine Fluchtgeschichte. „Unsere Gruppe ist unterschiedlich zusammengesetzt, auch altersmäßig. Früher wurden wir sehr schnell als Flüchtlingstheater tituliert. Das möchten wir gar nicht mehr
hören. Wir möchten auch kein Jugendtheater sein. Wir produzieren Stücke, die für Menschen in allen Alterslagen relevant sind, die sich auch, aber nicht nur, um Migration drehen.“
Zandile Darko und Elmira Ghafoori sind seit sechs beziehunsweise fünf Jahren beim Projekt aktiv. Beide schätzen die Möglichkeit, sich mit eigenen
Erfahrungen einbringen zu können. „Wir haben auch eine Kochkunstgruppe. Wir essen und tauschen uns aus. Hier werden Freundschaften geschlossen“, erzählt Zandile Darko und renommierten Künstlern kooperieren, haben wir einen sehr engen Kontakt. Es gibt einen Ping-Pong-Prozess des Austauschs.“
„Für uns gibt es keinen Unterschied zwischen Profi- und
Laienkünstler. Hajusom ist für uns wie eine Tankstelle, sodass man sich sicherer und freier fühlt“, berichtet Elmira Ghafoori. Sie ergänzt: „Wir setzen uns mit einem Thema auseinander, forschen, diskutieren, bringen unsere Erfahrungen ein. Die Aufgabe der Regie ist es, dies in eine Form zu bringen.“

Premiere am Freitag

In Hajusoms neuen Performance-Stück „Wake Up“ wird der Klimawandel beleuchtet. Darin enthalten ist das Thema Migration.
Zusammen mit dem Ensemble Resonanz und Viktor
Marek werden Fragen zum Verhältnis Mensch und Natur gestellt. Die Premiere ist am Freitag, 2. September, um 20 Uhr, Resonanzraum, Bunker Feldstraße. Weitere Termine: Sonnabend, 3. September, um 15 und 20 Uhr, Kartenreservierungen per E-Mail an fanny.roy@hajusom.de
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