Muss der Maulwurf in Eidelstedt sterben?

Er will nur graben, damit stört er aber den Spielbetrieb auf Rasenplätzen. Auch in Eidelstedt sollen Maulwürfe deshalb getötet werden – Tierschützer sind empört. (Foto: Panthermedia)

Bezirksamt Eimsbüttel lässt Maulwürfe töten, weil sie auf Rasenplätzen graben – Tierschutzorganisaton stellt Strafanzeige

Er tut nur, was er tun muss. Er buddelt. Gräbt Gänge in der Tiefe, wirft Erdhügel auf. Deshalb werden Maulwürfe in Eimsbüttel neuerdings getötet – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist da los?

Im Bezirk Eimsbüttel wird zu drastischen Mitteln gegriffen, um Rasenplätze bespielbar zu halten. Das Problem sind die Erdhügel, die der Maulwurf aufwirft. Über die Winterpause hat der Maulwurf auf drei Plätzen fleißig gegraben – auch am Steinwiesenweg in Eidelstedt. „Auf dem kleinen Rasenplatz ist er gerade besonders aktiv. Dieser wird nach der Winterpause zusätzlich wieder von unseren
jüngsten Fußballern genutzt. Nicht nur die Hügel sind dabei ein sichtbares Gefährdungspotential, sondern auch seine Gänge: Sie sind teilweise nur kurz unter der Grasnarbe und können bei Einbruch zu Verletzungen führen“, schildert Martin Hildebrandt, Geschäftsführer des SV Eidelstedt, die Lage.

Was wird getan?

Das Bezirksamt will den Maulwurf mit Kohlenmonoxid töten lassen – das Tier wird also in der Erde vergast.

Gibt es keine Alternativen, um ihn zu vertreiben?

Doch, aber die würden laut Bezirksamt zu lange dauern. Denn bereits jetzt seien die Plätze „stark beschädigt“, der Spielbetrieb eingeschränkt und die Gesundheit der Spieler gefährdet. Ob Maulwürfe in Eidelstedt – wie bereits in Niendorf – mit Gas getötet werden, ist derzeit unklar. Das Bezirksamt kann oder will dazu derzeit nichts sagen.

Was sagen Tierschützer?

Es gab heftige Kritik. Heinz Peper, Biologe beim Naturschutzbund (Nabu) hält das Vorgehen für nicht verhältnismäßig: „Es ist überhaupt keine Alternative ausprobiert worden“, kritisiert der Experte. Dabei gebe es mehrere: Vertreibung mit Ultraschall, Gerüchen oder Lebendfallen (siehe Kasten). Die Organisation Peta erstattete Strafanzeige gegen die Behörden.

Alternativen zum Töten
Laut Biologe Heinz Peper (Nabu) gibt es mindestens drei Methoden, um den Maulwurf loszuwerden.
1. Lärm: Das geräuschem-pfindliche Tier kann mit Ultraschallgeräten vertrieben werden. Auch das Trampeln von Fußballmannschaften mag der Buddler nicht.
2. Gerüche: Der Maulwurf hat eine empfindliche Nase, träufelt man die heftig stinkende Buttersäure in die Gänge, haut er ab, so Peper.
3. Lebendfallen: Das Tier kann auch eingefangen und auf eine andere Wiese weitab des Platzes gebracht werden.

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Betreff: Maulwurf
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