Morddrohung: Engel bleibt standhaft

Anonymer Brief gegen CDU-Ratsmitglied

Thomas Pöhlsen, Schenefeld
Wenn ich noch einmal etwas von dir lese oder höre,
puste ich dir die Birne weg!“ Mit diesem Satz endet ein Brief an das Schenefelder Ratsmitglied Hans-Detlef Engel, den der Christdemokrat während der jüngsten Sitzung verlas.
Was war geschehen? Engel hatte sich in einem Zeitungsartikel im „Pinneberger Tageblatt“ für die Abschaffung des Führerscheins auf Lebenszeit ausgesprochen. Der Fahrlehrer plädierte dafür, dass Menschen ab dem 60. Lebensjahr alle zwei Jahre zum Medizincheck sollten.
Die Verkehrssicherheit sei eines seiner wichtigsten Anliegen, erklärt der 74-Jährige dem Rat der Stadt. Es ginge ihm darum, drohendes Unheil möglichst zu verhindern. Als Reaktion auf seine Äußerungen habe es eine lebhafte Diskussion bei vielen betroffenen Bürgern gegeben – und den anonymen Brief. Darin wurde er auch als „alter Sack“ beschimpft, der sein Maul halten solle.
Im Namen der Ratsversammlung reagiert Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (SPD) auf die Morddrohung. Sie verurteilte das Schreiben „aufs Schärfste“. Mit Demokratie habe dies „nichts zu tun“.
Das sieht Hans-Detlef Engel auch so: „Ich empfinde tiefen Abscheu und Ekel gegenüber Menschen, die mit ihren Meinungen nicht in freie Diskussionen eintreten, sondern mit anonymen Drohungen oder Gewalt einen offenen Meinungsaustausch verhindern wollen.“
Der Bedrohte erklärt, er fühle keine Angst: „„Auch in Zukunft ist der Artikel 5 des Grundgesetzes unserer Republik für mich bindend und nicht der Versuch, mich per Gewaltandrohung zum Schweigen zu bringen!“ Ratsherr Hans-Detlef Engel hat Anzeige erstattet.
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