Mieter empört über hohe Nachforderungen

Jutta Blankau (SPD), Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, war auf Einladung der SPD Eidelstedt ins Wichmannhaus am Hörgensweg gekommen. Thema: seit Jahren astronomisch hohe Nachforderungen des Fernwärmeanbieters E.ON Hanse an Mieter der Saga/GWG in Eidelstedt-Nord. Von links: Willi Lempfuhl (Mieterverein zu Hamburg), Jutta Blankau, Peter Schreiber (SPD) und Klaus Sanmann (Mieterverein). Foto: rs

Jetzt soll Senatorin Jutta Blankau helfen

R. Schwarz, Eidelstedt-Nord
Kann die Politik helfen? Darauf hofften 25 Mieter von Saga/GWG, die ins Wichmannhaus am Hörgensweg gekommen waren, um die Meinung von Stadtentwicklungs- und Umwelt-Senatorin Jutta Blankau (SPD) zu den teils sehr hohen Nachforderungen von E.ON Hanse zu hören.
Der Hintergrund: Seit Jahren klagen die rund 330 Mieter der GWG (einst Neue Heimat) am Hörgensweg, am Dallbregen und Rebenacker über undurchsichtige Heizungsabrechnungen. Ihr Vorwurf: E.ON verschicke horrende Nachforderungen in Höhe von bis zu 1.600 Euro pro Jahr – ruinös für die Kleinverdiener und Rentner in Eidelstedt-Nord. Auf Anraten des Mietervereins zu Hamburg legten viele Verbraucher Widerspruch gegen die Nachforderungen ein. Viele zahlten die angeblichen Mehrkosten nicht. Schließlich verjährten viele Forderungen von E.ON nach drei Jahren. Andere Mieter wiederum zahlten.
Viele hoffen nun darauf, dass die GWG einen fast 25 Jahre alten Rahmenvertrag mit E.ON kündigt und neu verhandelt. Der Vertrag, der im September 2013 ausläuft, wurde 1989 mit dem damals noch städtischen Anbieter Hein Gas vor dessen Privatisierung geschlossen. Die Senatorin, die Aufsichtsratsvorsitzende der Saga/GWG ist, dämpfte die Erwartungen der Mieter an die Politik. Als Aufsichtsratsvorsitzende könne sie nicht ins „operative Geschäft“ eingreifen, sondern nur kontrollieren, ob es „im Großen und Ganzen ordnungsgemäß“ verlaufe. Sie könne den Mietern „nichts versprechen“. Ein Mieter wollte diese Aussagen nicht akzeptieren: „Ich kann Ihnen nicht folgen, wenn Sie sagen, Sie haben keinen Einfluss.“
Grotesk: Niemand weiß angeblich, was in dem Rahmenvertrag zwischen E.ON und GWG steht. Zudem haben die Mieter noch zusätzlich einzelne Lieferverträge mit E.ON, die sie aber nicht kündigen könnten, weil der Anbieter im Bereich der Fernwärme ein Monopol hat. Die Senatorin erklärte, es würden Verhandlungen mit E.ON geführt. Es könne aber durchaus sein, dass die Saga/GWG erneut einen Vertrag mit diesem Anbieter abschließt. Jutta Blankau: „Dann aber zu anderen Konditionen.“

E.ON: „Rechnungen verständlicher gestaltet“
Lichtblick für E.ON Hanse-Kunden? In seiner Antwort auf eine Anfrage des Elbe Wochenblatts gibt sich das Unternehmen gesprächsbereit und räumt ein, „dass die Heizkostenrechnung nicht ganz einfach zu verstehen ist, da viele Positionen gemäß Heizkostenverordnung enthalten sein müssen“. Allerdings habe die E.ON Hanse Wärme GmbH „das Rechnungsdesign für die Heizkostenverteilkunden verändert, um die Rechnungen nachvollziehbarer und verständlicher für die Kunden zu gestalten“.
Zudem verweist das Unternehmen auf den Kundenservice der E.ON Hanse Wärme GmbH. „Die Kunden können sich telefonisch, per E-Mail oder aber persönlich in der Niederlassung Am Radeland in Hamburg erklären lassen, wie sich die Rechnung zusammensetzt und/oder wie es gegebenenfalls zu einer Nachzahlung gekommen ist.“
Zu den derzeit laufenden Verhandlungen zwischen der Saga/GWG über einen neuen Rahmenvertrag wollte sich E.ON Hanse Wärme nicht äußern. Ebenfalls ging die E.ON-Presseabteilung nicht auf das Thema des Vorwurfs der überhöhten Nachforderungen ein, die durchaus schon mal die Höhe einer Jahresabrechnung erreichen, so der Vorwurf aufgebrachter Mieter. rs
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