„Meine Oase in Eidelstedt“

Klaus-Peter Schulze ist in der Lohkampsiedlung aufgewachsen und wohnt nun wieder in seinem Elternhaus. (Foto: jbd)

Wie die Lohkampsiedler ihre Gemeinschaft pflegen – einer der ersten Bewohner erzählt

Jasmin Bannan, Eidelstedt

Wenn Klaus-Peter Schulze über seinen Schachblumenweg spricht, leuchten seine Augen. „Die Lohkampsiedlung ist eine Oase in Eidelstedt. Ich lebe jetzt wieder in meinem Elternhaus und genieße die Gemeinschaft unter den Siedlern und die ganze Wohnqualität sehr: Ein Haus im Grünen, in nahezu absoluter Ruhe und dennoch citynah.“
Siedler nannte und nennt man bis heute die Bewohner der Lohkampsiedlung. In den 1950er-Jahren entstanden 260 kleine Häuser in einer von Gärten und parkähnlichen Freiflächen geprägten Umgebung. Bauträger war die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft SAGA, die Siedler packten beim Ausbau tatkräftig mit an. „Damals waren meine Eltern aber nicht sofort Eigentümer, erst nach einer Bewährungsfrist von zwei Jahren erhielten sie den Siedlernachweis. Ich erinnere mich noch wie heute, dass es für unsere Familie ein großartiger Tag war“, erzählt Schulze.
Die langen Gartengrundstü-cke dienten einst der Selbstversorgung der Bewohner, in den Ställen dazwischen wurde Kleinvieh gehalten. Damals waren in der Siedlergemeinschaft alle dort lebenden Familien organisiert, und noch heute ist der Zusammenhalt eng. Im Frühjahr gibt es einen Pflanzen- und Gartenbasar, Beratung und Kaffee und Kuchen unter Nachbarn inklusive. Im Sommer folgen Kinderfest oder Flohmarkt, im Herbst Laternelaufen, und im Winter findet ein kleiner aber feiner Weihnachtsmarkt statt.
Eine Herzensangelegenheit der Lohkampsiedler ist der Spielplatz am Herzblumenweg. Sie haben ihn selbst gebaut und unterhalten ihn bis heute. Im Frühjahr und im Herbst bringen die Siedler ihr Werkzeug mit und reparieren Spielgeräte.

Viele junge Familen kamen dazu

In den vergangenen Jahren sind viele neue und junge Familien hinzugekommen – man trifft sich gerne auf einen Plausch am Zaun. Auch Nachbarschaftshilfe wird in der Siedlung großgeschrieben. Viele Straßenzüge wählen jährlich eine Obfrau oder einen Obmann – diese Straßenvertretung organisiert Geschenke bei Geburten und Jubiläen, und kümmert sich um diejenigen, die Hilfe benötigen. „Die Organisation in der Siedlergemeinschaft ist natürlich kein Muss mehr – allerdings sind nur wenige Anwohner nicht dabei“, erklärt Klaus-Peter Schulze.
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