Mehr Schutz für die Osdorfer Feldmark

Erstaunlich: Auch Rotwild fühlt sich in der Osdorfer Feldmark offenbar wohl. Aber der Kiebitz ist mittlerweile verschwunden. Foto: NABU

Bezirk: Natur soll besser vor Eingriffen bewahrt werden – Kritik von Pferdewirten

Von Christopher von Savigny. Der Streit um die Zukunft der Osdorfer Feldmark könnte vorerst zur Ruhe kommen - jedenfalls, wenn es nach dem aktuellen Bebauungsplan (B-Plan) zur Osdorfer Feldmark geht. Dieser liegt noch bis Freitag, 25. April, im Technischen Rathaus Altona, Jessenstraße 1-3, aus. Im Kern geht es darum, die jahrhundertealte Kulturlandschaft vor einer möglichen Bebauung zu schützen - genau genommen handelt es sich also um einen „Nicht-B-Plan“.
„Wir haben uns bemüht, einen Kompromiss zu finden“, sagt Stephan Landgraf, vom Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Altona. Das 167 Hektar große Landschaftsschutzgebiet zwischen Lurup, Schenefeld und Osdorf wird seit Generationen von ansässigen Pferdehöfen bewirtschaftet. Auf den Wiesen und entlang des Bachbetts der Düpenau finden sich seltene Tier- und Pflanzenarten.
Doch weil die Höfe immer mehr Platz benötigen, schlägt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) Alarm. „Vor zehn Jahren brüteten hier noch 25 bis 30 Kiebitzpaare“, sagt Klaus Berking, Leiter der NABU-Arbeitsgruppe Düpenautal/ Osdorfer Feldmark. „Jetzt ist der Vogel fast völlig verschwunden.“
Grund sind dem NABU zufolge die damals gebauten Poloflächen zwischen der Straße Osdorfer Born und Grönenweg. Erst nachträglich habe man dafür eine kleine Ausgleichsfläche eingerichtet. Aus Naturschutzgesichtspunkten ein Witz, sagt Berking. „Der Kiebitz kommt deshalb auch nicht zurück!“

Info Veranstaltung zur Feldmark:
Der Arbeitskreis Landschaftsschutzgebiet Osdorfer Feldmark (AK LOF) lädt am Sonnabend, 24. Mai, ab 10 Uhr zu einer Infoveranstaltung über die Feldmark ein. Das Grußwort spricht Bezirksamtsleiterin Liane Melzer. Ort: Bürgerhaus Bornheide, Bornheide 76.
Der B-Plan schreibt dem Pferdewirten unter anderem vor, Auslaufflächen (Paddocks) künftig nur noch direkt am Anwesen zu bauen. Gebäudeerweiterungen werden deutlich eingeschränkt. Zudem wird der Einsatz von Düngemitteln begrenzt, Wiesen dürfen erst später im Jahr gemäht werden. Mit diesen Vorgaben können die Pferdewirte nur bedingt leben. „Für uns ist es schwierig, weil wir viele Flächen entlang der Düpenau haben, die wir künftig nicht mehr nutzen dürfen“, sagt Imke Dreessen vom Pferdepensionsstall Düpenautal.
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3 Kommentare
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Wolf Müller aus Osdorf | 21.04.2014 | 18:49  
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Axel Seidemann aus Altstadt | 23.04.2014 | 17:53  
8
Wolf Müller aus Osdorf | 28.04.2014 | 20:32  
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