Luruper genervt vom Fluglärm

Mal eben nach Mallorca fliegen: Zu den Kehrseiten des Massentourismus gehört der Flugverkehr über Wohngebiete. Am lautesten ist es, wenn die Flieger gegen den Wind starten müssen. Foto: rs

Initiativen fordern konsequentere
Maßnahmen gegen die lauten Flieger

Von Reinhard Schwarz. Fluglärm zerrt an den Nerven, macht krank. Im Umfeld des Hamburger Flughafens leiden Tausende Menschen an den Folgen – auch in Lurup. Walter S. aus der Straße Fahrenort: „Auch am Wochenende werden wir teilweise schon um sechs Uhr morgens vom Fluglärm geweckt.“ Der 62-Jährige spricht von einem „Lärmteppich“, der von morgens um sechs Uhr bis abends um 23 Uhr anhält: „Das ist nicht jeden Tag so, aber wenn die Maschinen Richtung Südwesten starten müssen, hört das erstmal nicht mehr auf.“ Die Startrichtung der Flieger hängt jeweils vom Wind ab.
In Zahlen: Im Januar 2014 starteten 2.681 Flieger über Lurup hinweg, im Februar 4.153, im März 1.558 und im April 1.185. Zum Vergleich: Die Menschen in Poppenbüttel sind vier bis fünf Mal mehr von Fluglärm betroffen.
Doch das ist kein Trost für die Lärmgeplagten im Südwesten. Margarete Hartl-Sorkin, Vorsitzende von BIG Fluglärm, dem Dachverband der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm, sieht die Wurzel allen Übels darin, dass Hamburg in diesem Jahr nun endgültig auf den Umzug des Flughafens nach Kaltenkirchen verzichtet hat. „Wir müssen realisieren, dass wir einen Stadtflughafen haben, der stetig gewachsen ist und weiter wächst.“
Eine grundsätzliche Verbesserung scheint also nicht in Sicht zu sein, die politisch Verantwortlichen halten sich zurück. Die Bürgerschaft hat zwar einen Zehn-Punkte-Plan verabschiedet, dieser enthält aber noch nicht einmal die Forderung nach einem Nachtflugverbot (ab 22 Uhr). Derzeit gilt offiziell nur eine Nachtflugbeschränkung (ab 23 Uhr).
Stattdessen sollen die Fluggesellschaften über erhöhte Lan-degebühren zum Umdenken bewegt werden, erklärt Bürgerschaftsabgeordneter Anjes Tjarks (Grüne): „Wir halten lärmabhängige Landeentgelte mit Steuerungswirkung für notwendig. Sinn dieser Forderung ist es, die Fluggesellschaften zu bewegen, sich von alten, lauten Flugzeugen zu trennen und neuere, leisere anzuschaffen.“
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