Lurup - Stiefkind der Verkehrsbehörde

Eine StadtRad-Station in Lurup ist bisher nicht geplant. (Foto: pr)

Dass es keine Bahn nach Lurup gibt - geschenkt. Aber warum bekommt Lurup keine Stationen für Leihfahrräder?

Sie sind praktisch überall in Hamburg zu sehen - entweder rollend oder an ihren Ausleihstationen wartend: die knallroten Fahrräder von StadtRad. Jetzt wurden neue StadtRad-Stationen angekündigt. Aber nicht für Lurup.
Dabei wären Leihräder gerade für diesen Hamburger Stadtteil ohne Schienenanbindung eine tolle Lösung, zumindest für die wärmere Jahreszeit.
Eine StadtRadstation zum Beispiel vor dem Lurup-Center wäre ideal für Pendler, die zur S-Bahn müssen. Morgens ginge es laut Google-Maps Routenplaner in sechs Minuten zum S-Bahnhof Elbgaustraße oder in 16 Minuten zum S-Bahnhof Othmarschen. Der Bus braucht in beiden Fällen länger: neun Minuten zur S-Bahn Elbgaustraße, beziehungsweise 21 Minuten nach Othmarschen. Stau nicht eingerechnet.
Für 2015 wurden jetzt von der Verkehrsbehörde 40 neue Stationen mit insgesamt 500 roten Leihfahrrädern in Hamburg angekündigt. In Altona wird man dann auch in der Ottenser Hauptstraße, am Hohenzollernring, an den S-Bahn-Stationen Bahrenfeld und Othmarschen sowie am Desy in den Sattel steigen können. Lurup und Eidelstedt allerdings wird man wie bisher nur per Bus, mit dem eigenen Auto oder dem eigenen Fahrrad ansteuern können.
Die Vorschläge für neue StadtRad-Standorte reichen die jeweiligen Bezirke ein. Altona hatte unter anderem den Eckhoffplatz und die S-Bahn-Station Elbgaustraße eingereicht. Die Verkehrsbehörde sammelt die Vorschläge und entscheidet dann, wohin die Leihstationen kommen - beide Standorte fielen raus.
Die Bezirksversammlung Altona hat jetzt einstimmig die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation aufgefordert, an Eckhoffplatz und S-Bahn Elbgaustraße StadtRadstationen einzurichten. Eher eine symbolische Aufforderung, denn die Standorte für 2015 stehen fest.
Sauer darüber ist der Verkehrssprecher des Luruper Forums, Udo Schult: „Der Hamburger Westen erscheint grundsätzlich nicht auf der Agenda der Behörde, wenn es um das Thema öffentlicher Nahverkehr geht“.
Mit dem Rad zur Schnellbahn zu fahren, meint Schult, sei in vielen Fällen komfortabler als mit dem Bus, vor allem, wenn man umsteigen müsse. „Das funktioniert aber nur dann, wenn man mit dem Rad auch pendeln kann.“ Er schlägt als zentralen Fahrradknotenpunkt im Westen die Haltestelle Rugenbarg Nord vor: „Leute, die von außen kommen, könnten hier aufs Fahrrad umsteigen.“
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