Lurup: Stadtteil ohne S-Bahn-Gleise

Mögliche Haltestelle der nicht gebauten Strecke von Stellingen nach Lurup: der Volkspark (hier die Ecke Farnhornstieg/Hellgrundweg). (Foto: cvs)

Schienenanbindung nur ein schöner Traum?

von Christopher von Savigny, Lurup - Nach Stellingen fährt man mit der Bahn, nach Blankenese ebenfalls – doch die dazwischen liegenden Stadtteile wie Lurup und Osdorfer Born müssen sich mit Bussen begnügen. S- oder U-Bahn-Anschluss: Fehlanzeige! Dabei wäre eine Verbindung von Stellingen aus über die Arenen im Volkspark bis nach Lurup technisch gesehen gar nicht mal so schwierig.
Die Trassen waren sogar schon einmal geplant worden. Zuletzt hatte sich im Jahr 1979 eine Senatskommission mit dem Thema befasst. „Eine Ausgliederung der Strecke von Stellungen bis nach Lurup wäre die kostengünstigste, weil kürzeste Strecke gewesen“, sagt auch Gerhard Sadler, Verkehrsexperte der Borner Runde. Inzwischen wurde das Vorhaben aus Kostengründen längst wieder ad acta gelegt. Und nachdem der Senat auch das Stadtbahnprojekt eingestampft hat, scheint Lurup auf längere Sicht ohne Bahnanschluss auskommen zu müssen.
Pläne für einen Gleisanschluss hatte es jedoch immer wieder mal gegeben: So hatte die Eisenbahn-Aktiengesellschaft Altona-Kaltenkirchen-Neumüns-ter (AKN) im Jahr 2001 diesbezügliche Überlegungen angestellt, scheiterte jedoch am Widerstand der Stadt Hamburg, die offenbar eine Ausdehnung des AKN-Netzes verhindern wollte.
Auch eine U-Bahn war mal im Gespräch: 1973 hatte der Senat den Beschluss über eine „U 4“ von Bahrenfeld über Ottensen bis zum Osdorfer Born gefasst. Der Nachteil: Da Altona keinen U-Bahn-Anschluss in Richtung Innenstadt hat, wäre nur ein „Inselbetrieb“ möglich gewesen. Fahrgäste hätten also in jedem Fall umsteigen müssen. Aufgrund der darauf folgenden Finanzkrise im Jahr 1974 wurde das Projekt eingestellt. Heute gibt es die damals geplante U 4 – allerdings fährt sie in die andere Richtung: zur HafenCity.
Derzeit ist ein Bahnanschluss für Lurup weder beim HVV noch bei der Verkehrsbehörde ein Thema. „Zwar wünschenswert, aber aus Kostengründen nicht machbar“, sagt BWVI-Sprecherin Helma Krstanoski. „Da muss man realistisch sein.“
Die Bezirkspolitik steht dem Projekt positiv gegenüber: „Ich würde es sehr begrüßen, wenn man schauen könnte, ob dort etwas machbar wäre“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Adrian.
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