Lohkampsiedlung: Vorbildliche Nachbarschaft

Anpacken gehört dazu: Bewohner bauen ein Schaukelgerüst auf dem Spielplatz der Siedlung. (Foto: Ursula Striepe)

Eidelstedter Gemeinschaft wird bei bundesweitem Wettbewerb ausgezeichnet

Sören Reilo, Eidelstedt

Sie kümmern sich um ihr Quartier, helfen Nachbarn und engagieren sich für das Miteinander: Die Gemeinschaft in der Eidelstedter Lohkampsiedlung ist etwas Besonderes. Bei einem bundesweiten Wettbewerb haben die Siedler den ersten Preis gewonnen.
Auf 265 Grundstücken wohnen rund um die Lohkampstraße etwa 700 Menschen, den meisten gehören die Häuser. Gebaut wurde die Siedlung in den 1950er Jahren. Weil die Häuser einfach und günstig sein mussten, bauten die späteren Besitzer selbst mit. Aus der Not entstand eine Tugend: Auch heute gehört Anpacken und Gemeinschaftsarbeit in der Siedlung dazu. Das wurde bei dem Wettbewerb des Verbands Wohneigentum besonders gewürdigt.
Zu den Stärken der Siedlergemeinschaft Lohkamp wird von der Jury das soziale und bürgerschaftliche Engagement hervorgehoben. „In diesem Bereich wird in der Lohkampsiedlung Hervorragendes geleistet. Zuverlässige Patenschaften für Ältere, die Kooperation mit dem lokalen Sportverein und die aktive Zusammenarbeit mit dem Verein ,Eidelstedter Bürgerhaus’ sind nur einige herausragende Beispiele“, heißt es.
Der vereinseigene „Dorfplatz“ mit Spielgerät, Grillstelle und angrenzendem Bolzplatz ist Treffpunkt der Gemeinschaft und steht auch Kindergärten und Schulen der Nachbarschaft zur Verfügung. Mit zahlreichen, teils für alle Eidelstedter offenen Veranstaltungen werde die gute Nachbarschaft und das Miteinander von Jung und Alt gefestigt.
„Eigenheimsiedlungen bieten damit etwas, was früher die Dorfgemeinschaft prägte, aber in den Städten vielfach verloren ging: Die Einbettung des Einzelnen in eine Gemeinschaft“, so die Jury in ihrer Begründung. „Die Siedlungen leisten damit, was Staat und Kommune in anderen Quartieren erst mit erheblichem Aufwand schaffen müssen, indem sie Sozialarbeit organisieren und professionelle Kümmerer einsetzen.“

Die Siedlung


Die Lohkampsiedlung entstand in den 1950er Jahren in Anlehnung an die Gartenstadt-Idee. Der Hamburger Architekt Fritz Trautwein plante einen geschlossenen Bereich von 260 Kleinsiedlungshäusern in einer von Gärten und parkähnlichen Freiflächen geprägten Umgebung. Bauträger war die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft SAGA, die Siedler packten beim Ausbau tatkräftig mit an.
Lange Gartengrundstücke und dazwischen Ställe für Kleinvieh dienten der Selbstversorgung der Bewohner. Trotz Straßenasphaltierungen, Umwidmung der Ställe zu Garagen und den heutigen Wohnansprüchen angepassten Um- und Anbauten blieb das idyllische Gartenstadt-Milieu erhalten. 1985 wurde die Siedlung unter Milieuschutz gestellt. Die meisten Bewohner sind heute Eigentümer der Häuser, nur wenige Häuser sind vermietet.
❱❱ www.lohkampsiedlung.de
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