Laster lässt Wände wackeln

Höchstgeschwindigkeit 30: Dieses Straßenschild gilt für das gesamte angrenzende Wohngebiet. Foto: cvs

Redingskamp / Torfweg: Anwohner klagen über Verkehr – Polizei: „Nicht so dramatisch!“

Ch v. Savigny, Eidelstedt
„Wenn hier ein 40-Tonner durchfährt, dann wackeln bei uns die Wände“, sagt Horst Gätjens. Seit acht Jahren lebt Gätjens mit seiner Frau in einem Einfamilienhaus an der Ecke Torfweg / Schachblumenweg. War es zu Beginn noch relativ ruhig, so scheint sich das Verkehrsaufkommen innerhalb der letzten Jahre deutlich gesteigert zu haben. „Viele nutzen die Strecke über den Redingskamp und den Torfweg als Abkürzung in Richtung Eidelstedter Norden und zur Autobahn A23“, so Gätjens. Am schlimmsten seien die Raser. „Die gesamte Lohkampsiedlung ist eine Tempo-30-Zone – dabei gibt es so gut wie keine Schilder, die darauf hinweisen“, berichtet Gätjens. Auch seine Ehefrau findet die Situation mehr und mehr zermürbend. „Man kommt gar nicht mehr zur Ruhe“, sagt Dani Gätjens.
Als Ausweichstrecke sind der Redingskamp, an dem zwei Schulen und ein Sportverein zuhause sind, wie auch die angrenzenden Straßen schon lange bekannt. Das Raserproblem ist ebenfalls nicht neu: Erst vor drei Jahren hatten Unbekannte den Redingskamp mit unerlaubten Tempo-30-Hinweisen und mit einem Zebrastreifen bemalt – das Bezirksamt hatte die Markierungen kurz darauf wieder entfernen lassen.
 
Aktuell sieht die Polizei das Problem weit weniger dramatisch: „Eine Verkehrsmessung im letzten November ergab unauffällige Werte“, sagt Matthias Lau vom Revier 27 in der Koppelstraße. Die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer sei zwischen 25 und 36 Stundenkilometer schnell unterwegs gewesen. „Einen einzelnen Fahrer haben wir mit 74 Stundenkilometern gemessen – das war aber die große Ausnahme“, so Lau. Auch das angesprochene Lasterproblem hält Lau für nicht so gravierend. „Wir haben einen Schwerlastanteil von fünf Prozent festgestellt. Das ist ordentlich, aber nicht zuviel“, findet der Verkehrsbeamte. Nach Auskunft der Polizei müssen in einer verkehrsberuhigten Zone keine weiteren Tempo-30-Schilder stehen, wenn es einen entsprechenden Hinweis zu Beginn gibt.Horst Gätjens hat das Haus von seinen Eltern übernommen, bis 1969 hatte er selbst noch dort gelebt. „Damals gab es in der gesamten Straße vielleicht zwei Autos“, erinnert er sich. Auch vor zehn Jahren habe noch weitgehend Ruhe geherrscht. „Wenn wir gewusst hätten, dass sich das so ent-
wickelt, wären wir gar nicht erst wieder hergezogen!“
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