Lagerfeuer statt Facebook

In Frühling und Sommer wird draußen gezeltet, in Herbst und Winter treffen sich die katholischen Pfadfinder von St. Gabriel lieber im Gruppenraum der Gemeinde am Niekampsweg 24. Gruppenleiterin Cornelia Froese (2. Reihe, 2 v.r.) muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Für die Gruppe der Sieben- bis Zehnjährigen werden noch Mädchen gesucht. Foto: rs
Hamburg: Kirche St. Gabriel |

Eidelstedt: Andrang bei Pfadfindern – rund 60 Kinder und Jugendliche am Niekampsweg

Reinhard Schwarz, Eidelstedt
Pfadfindertreffen in der Zeit von Internet und Facebook? Offenbar ja. Viele Kinder suchen die Gemeinschaft mit Gleichalt-rigen, haben Spaß an Lagerfeuerromantik und Abenteuer in der Natur. Das alles bieten die katholischen Pfadfinder der Kirche St. Gabriel. Rund 60 Mädchen und Jungen treffen sich einmal die Woche in den Räumen am Niekampsweg 24 getrennt nach drei Altersgruppen: Wölflinge (Sieben- bis Zehnjährige), Jungpfadfinder (Zehn- bis Zwölfjährige) und „richtigen“ Pfadfindern im Alter von zwölf bis 14 Jahren.
„Neue Medien wie Handys oder Facebook spielen eine große Rolle bei den Kindern“, sagt Gruppenleiterin Cornelia Froese (22). „Von daher finde ich es ganz gut, wenn hier so ein Schutzraum ist, in dem die Kinder ohne diese Medien Kontakt zu anderen herstellen können.“ Lehramtsstudentin Froese leitet die Gruppe „Siedlung Eidelstedt“ seit der Gründung vor vier Jahren. Die Ziele sind hochgesteckt: „Es geht um die Vermittlung von Grundwerten wie gegenseitige Rück-sichtnahme, Naturbewusstsein, dass die Kinder sich eine eigene Meinung bilden und Verantwortung für andere übernehmen.“
Für die Mädchen und Jungen selbst spielen die gemeinsamen Ausfahrten eine große Rolle, aber auch die Persönlichkeit der beiden Gruppenleiter Cornelia Froese und Luis Keller (19). „Wir machen Lagerfeuer und bauen Jurte-Zelte“, schildert Michelle (12) aus Eidelstedt ihr Pfadfinderleben. Jungpfadfinder Felix (12) gefällt vor allem: „Dass alle miteinander klar kommen.“ Und dann sind da noch die „coolen Geländespiele im Niendorfer Gehege.“ Doch auch in der heilen Welt der Pfadfinder geht es manchmal zu wie im richtigen Leben. „Jungs und Mädchen verstehen sich manchmal nicht so gut“, sagt Michelle. Und Swantje aus Eidelstedt sagt: „Was mir nicht gefällt, ist, wenn die Jungs mich ärgern.“ Jetzt macht sie Jiu-Jitsu, berichtet die Elfjährige.
In Herbst und Winter finden die Pfadfindertreffs meist in den kirchlichen Gruppenräumen statt. Nicht einfach für Cornelia Froese: „Man muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen.“ Zudem fehlen in der Gruppe der Jüngsten, der Sieben- bis Zehnjährigen, noch Mädchen. Froese: „Wir mitmachen will, ist willkommen.“
Kontakt zu den Pfadfindern: Björn Stiller, Tel. 555 46 01.
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