Knöllchen für Brandopfer

Die Holzgarage und sechs Autos im Niekampsweg gingen in Flammen auf – ein Schock für den Geschäftsmann A. Shakir. Tochter Alvina (sechs Monate) schlief zum Zeitpunkt des Brandes. Foto: sg
Hamburg: Eidelstedt |

Niekampsweg: Nach Verlust des Autos gabs noch einen Strafzettel ­– beinahe

von Sverre Gutschmidt

Das ist die größte Unverschämtheit, die man sich vorstellen kann“, sagt A. Shakir. Am Montag vergangener Woche verlor der Manager durch bislang unbekannte Brandstifter eine Holzgarage samt Autos, Reifen, Rasenmäher und Werkzeug im Niekampsweg. Allein der Schaden für die Garage liegt im vierstelligen Bereich. Nun hat der Anwohner am Donnerstag einen Strafzettel für das einzige ihm verbliebene Auto bekommen, einen alten Lieferwagen.
Den Wagen konnte er nach Ausbruch des Brandes noch vom Garagenhof retten und hat ihn seitdem vor seiner Haustür geparkt, „damit ich ihn im Auge behalten kann“. „Wir stehen sowieso unter Schock, jetzt geht die Polizei herum und verteilt Strafzettel“, sagt A. Shakir. Er fügt hinzu: „Unser Schaden ist doch eh groß genug“.
Brandstifter hatten insgesamt sechs Autos im Carport angezündet (Wochenblatt berichtete). Die Feuerwehr konnte das Übergreifen der Flammen auf nahe Wohnhäuser noch verhindern. Der Geschäftsmann, der beruflich viel für eine Handelskette unterwegs ist, wohnt mit seiner Familie am Niekampsweg: „Ich habe Angst um sie, wenn ich weg bin.“ Seine sechs Monate alte Tochter Alvina schlief zum Zeitpunkt der Brandstiftung im Haus.
Der Niekampsweg ist hier sehr eng, vor den Häusern gilt teils absolutes Halteverbot. Aber: „Polizei und Feuerwehr haben mir doch noch gesagt, ich soll den Lieferwagen vom Brandort am Carport wegfahren – es wäre schön, wenn die Polizei den Zettel zurücknimmt“, so Shakir. Schließlich weist der Wagen sichtbar Brandspuren auf.
Beim zuständigen Polizeikommissariat 27 an der Koppelstraße wurde der Strafzettel inzwischen zurückgenommen. Ein Beamter: „Das wurde eingestellt, wir haben aber darauf hingewiesen, dass natürlich regelwidrig geparkt wurde.“ Der Grund für das Knöllchen: „Er hat versäumt, sein Fahrzeug innerhalb einer angemessenen Frist nach dem Brand wegzubewegen“, so die Polizei. Von dem oder den Tätern fehlt weiterhin jede Spur.
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