Klo zu – und nu?

Schilder weisen darauf hin, dass die Toiletten für die Öffentlichkeit gesperrt sind. (Foto: rs)

Streit um Toilettenschließung im Eidelstedter Bürgerhaus

Reinhard Schwarz, Eidelstedt
„Ich fühle mich diskriminiert!“ Der 53-Jährige Joachim E. (Name geändert) ist gehbehindert und auf einen Rollator angewiesen. Sein Groll richtet sich gegen die Leitung des Eidelstedter Bürgerhauses. Denn seit Anfang des Jahres kann er nicht mehr die Behindertentoilette im Parterre des Bürgerhauses benutzen, weil die Geschäftsführung das Schloss auswechseln ließ. Auch die WCs im ersten Stock des Bürgerhauses sind seit Anfang 2015 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.
Geschlossen wegen
Vandalismus und Dreck
„Wir hatten seit Herbst letzten Jahres in unseren Toiletten Vandalismus und erhebliche Verunreinigungen“, erläutert Bürgerhaus-Geschäftsführer Holger Börgartz. „Es wurden Spülkasten herausgerissen, Klobrillen zerschlagen, die Klos
waren mit Kot verschmutzt, dreckige Wäsche wurde hinterlassen“, listet Börgartz auf. „Wir mussten etwas unternehmen, weil dadurch unser Budget erheblich belastet wurde.“ Das Bürgerhaus sei zwar eine öffentliche Einrichtung, aber keine öffentliche Toilette.
Das sieht Joachim E. anders: „Ich habe vor Jahren im Bürgerhaus einen Schlüssel für das Behinderten-WC für circa 25 Euro gekauft. Jetzt stehe ich vor verschlossener Tür.“ Joachim E. gehört zu einer Gruppe von Männern, die seit Jahren regelmäßig auf den Bänken vor dem Bürgerhaus sitzen. „Ich treffe mich da mit Bekannten und trinke mein Bier“, so E. Doch gerade in dieser Gruppe vermutet die Bürgerhaus-Leitung die Verursacher der Schäden in den WCs. Der 53-jährige Frührentner streitet das ab. „Was können wir denn dafür, wenn andere die Toiletten zerstören?“
„Aus unserer Sicht fehlen im Stadtteil öffentliche Toiletten“, erklärt Börgartz. Der Schlüssel, den E. gekauft habe, berechtige zur Nutzung aller Behinderten-WCs in der Stadt. Zu dem Thema habe es sogar einen Runden Tisch im Stadtteil gegeben. Aber der Bezirk habe kein Geld für öffentliche WCs.
Immerhin: Seitdem nur noch Besucher des Bürgerhauses die Toiletten nutzen dürfen, habe es kaum noch Vandalismus und Verschmutzungen gegeben.
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