Kinder-Hospiz:  Wie geht es weiter?

Ester Peter, Initiatorin des Kinder-Hospizes, hofft darauf, dass ein neuer Träger den Betrieb weiterführt. (Foto: cv)

Tages-Hospiz hofft auf neuen Träger

Carsten Vitt, Eidelstedt - Die Lage beim Kinder-Hospiz in Eidelstedt ist kritisch, aber offenbar nicht aussichtslos: Es gibt Gespräche mit möglichen Rettern, die den Betrieb übernehmen wollen. Der Verein KinderLeben, Träger des Hospizes, musste im Februar Insolvenz beantragen (siehe Kasten). Das Elbe Wochenblatt sprach mit Initiatorin Ester Peter über Hintergründe.

Elbe Wochenblatt: Wie kam es zu der Insolvenz?
Ester Peter: Einer unserer Hauptspender ist plötzlich abgesprungen. Im Jahr 2011 zum Beispiel lag das Spendenaufkommen bei rund 380.000 Euro, von denen ein Großteil einzig von diesem Spender aufgebracht wurde. Zudem waren im Dezember 2012 und im Januar viele Mitarbeiter krank. Ab März diesen Jahres fehlten uns Spenden, um die laufenden Kosten decken zu können.

EW: Wie viel Geld braucht der Verein, um den Betrieb des Kinderhospizes aufrecht zu erhalten?
Peter: Unsere Fixkosten betragen monatlich rund 50.000 Euro. Ein Teil dieser Kosten wird mit den Krankenkassenzahlungen gedeckt, die für 30 Prozent der Behandlungskosten pro Kind aufkommen. Der Rest wird durch Spenden finanziert.

EW: Wie viele Mitarbeiter sind beschäftigt?
Peter: Der Verein KinderLeben beschäftigt derzeit zehn Vollzeitkräfte, sieben Teilzeitkräfte und 13 Minijobber. Dazu gehören Kinderkrankenschwes-tern, Fahrer, Büromitarbeiter und Reinigungspersonal. Zudem sind 40 Ehrenamtliche aktiv. Zurzeit werden 19 Familien von uns betreut.

EW: Welche Summe an Spenden hat das Hospiz in den vergangenen Jahren eingeworben?
Peter: Im Jahr 2011 waren es rund 380.000 Euro. Für 2012 werden etwa 400.000 Euro geschätzt.

EW: Wie kann der Betrieb im Hospiz weitergehen?
Peter: Wir haben zwei Alternativen: Zum einen, dass der Betrieb von einem anderen Träger übernommen wird. Zum anderen, dass sich der Verein mit einem Insolvenzplan saniert und künftig die Geschäfte weiterführt.

EW: Droht eine Schließung?
Peter: Ja, wenn in den nächs-ten Wochen kein neuer Träger gefunden wird.


Das bedeutet Insolvenz:
Seit Ende Februar wacht ein Rechtsanwalt über die Finanzen des Kinder-Hospizes in Eidelstedt: Der vorläufige Insolvenzverwalter soll den in Schieflage geratenen Ve-rein KinderLeben neu ordnen. Dieser Verein kommt maßgeblich für den Betrieb des Tages-Hospizes in der Alten Elbgaustraße auf, derzeit wird nach einem neuen Träger gesucht. Schwerkranke Kinder werden weiterhin betreut, das Hospiz versucht über den Förderverein, der von der Insolvenz nicht betroffen ist, die derzeitigen Lücken im Budget zu füllen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.