Kind misshandelt? Eltern unter Verdacht

Osdorfer Born: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Paar wegen versuchter Tötung

Im Dezember starb der kleine Tayler aus Altona an schweren Hirnverletzungen. Unter Verdacht: die Mutter und ihr Freund. Nun wurde ein weiterer Fall aus Altona bekannt, in dem Eltern beschuldigt werden, ihrem Kind schwere Verletzungen zugefügt zu haben.
Die Familie lebt in eine Wohnanlage im Kroonhorst im Osdorfer Born. Insgesamt hat das Paar (Mutter: 25 Jahre, Vater: 21 Jahre alt) fünf Kinder. Der jüngste: Diego, inzwischen knapp ein Jahr alt. Im November stellten Ärzte im Altonaer Kinderkrankenhaus ein Schütteltrauma und einen Schädelbruch bei dem Jungen fest. Notoperation! Diego konnte gerettet werden. Die Mutter brachte ihren Sohn damals ins Krankenhaus und gab an, dass er an verschiedenen Krankheitssysmptomen leide.
Rechtsmediziner gehen von Kindesmisshandlung aus, die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern versuchte Tötung vor. Die Ermittlungen laufen.
Die Familie wird schon länger vom Jugendamt Altona betreut. Diego kam schon bald nach seiner Geburt in eine Pflegefamilie, weil die Mutter mit der Betreuung des Säuglings überfordert gewesen sein soll. Später wurde der Junge in die Obhut der Eltern zurückgegeben. Seit dem Vorfall im November kümmern sich wieder Pflegeeltern um das Baby. Die übrigen vier Kinder sind in Schutzhäusern untergebracht.

Stichwort: Schütteltrauma
Das Schütteltrauma ist medizinisch eine Schädel-Hirn-Verletzung. Verursacht wird sie, indem Babys oder Kleinkinder am Oberkörper ge-halten und dann heftig oder ruckartig hin und her bewegt – eben geschüttelt – werden. Der in den ersten Lebensmonaten überproportional große Kopf der Kinder wackelt unkontrolliert hin und her. Das empfindliche Gehirn prallt auf die Schädeldecke und wird dabei verletzt. Es kann zu Hirnblutungen und schweren Spätfolgen bis hin zu bleibenden Behinderungen kommen. Ein Schädelhirntrauma führt in zwölf bis 27 Prozent der Fälle zum Tod.
Fachleute raten Eltern: Niemals kleine Kinder schütteln – auch nicht in Stress-Situationen! Wer sich überfordert fühlt, sollte Hilfe in Anspruch nehmen und Beratungsstellen aufsuchen.
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