„Keine Großunterkunft in Eidelstedt“

Mitglieder der Bürgerinitiative „Sozial gerechtes Eidelstedt“ auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Süptitz am Hörgensweg: Hier soll eine Großunterkunft entstehen. (Foto: jbd)

Flüchtlingsquartier: Gegen die Pläne des Senats formiert sich eine Bürgerinitiative

Von Jasmin Bannan, Eidelstedt

„Dieses vorweg: Wir sind nicht gegen Flüchtlinge“, beeilt sich Horst Klemeyer zu erklären, als er mit rund 50 Mitgliedern der Initiative „Sozial gerechtes Eidelstedt“ am vergangenen Sonnabend das weitere Vorgehen besprach. „Wir setzen uns für ein friedliches Miteinander im Stadtteil ein – wir sind gegen Massenunterkünfte, möchten eine kleinteilige Einbindung und Integration der Menschen“, so Klemeyer.
Anlass für die Gründung der Initiative sind die Pläne für ein Quartier mit Sozialwohnungen für Flüchtlinge am Hörgensweg. Voraussichtlich 600 Wohnungen für etwa 3.000 Menschen sind vorgesehen. Auch Nachbarn der Fläche am Hörgensweg haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengetan, um die Pläne noch aufzuhalten oder zumindest abzumildern.
Die Eidelstedter Initiative legt Wert darauf, sich nach „rechts“ abzugrenzen. Sie kritisiert, dass Eidelstedt von den neun Eimsbütteler Stadtteilen der sozial schwächste sei und weitaus den größten Teil von Flüchtlingen aufnehmen soll. „Wenn wir die Zahlen des Senats so annehmen, bedeutet das, dass am Hörgensweg 600 Wohnungen und am Duvenacker 120 Wohnungen entstehen werden. Bei einer geplanten Belegung mit fünf Personen pro Wohnung bedeutet das einen Zuzug von 3.600 Menschen für das ohnehin sozial belastete Eidelstedt“, so Elke Karsties, ebenfalls Sprecherin der Initiative.

„Flüchtlinge über andere Stadtteile verteilen“

Diese „unüberlegte Stadtplanung solle revidiert werden“, fordert Klemeyer. Er fordert im Namen der ihm angeschlossenen Bürger, dass in Eidelstedt keine Großunterkunft entsteht. „Wir setzen uns dafür ein, dass stattdessen diese Flüchtlingsunterkünfte über die anderen Stadtteile in Eimsbüttel verteilt werden. Die besten Voraussetzungen für die Integration der Flüchtlinge können dabei nur geschaffen werden, wenn diese Unterkünfte nicht in der Form neuer Großsiedlungen, sondern so kleinteilig verteilt wie möglich errichtet werden.“
Die Eidelstedter Initiative hat sich dem Dachverband IFI Hamburg (Initiativen für erfolgreiche Integration) angeschlossen.

❱❱ www.soziales-eidelstedt.de
❱❱ www.ifi-hamburg.de
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