„Katastrophe“: Aus für Soziale Beratungsstelle in Eidelstedt

Dieser Platz bleibt ab sofort am Dienstagvormittag leer: Die Soziale Beratungsstelle Eimsbüttel bietet im Eidelstedter Bürgerhaus keine Sprechstunde mehr an. Foto: da
Hamburg: Eidelstedter Bürgerhaus |

„Fehlende Zivis“ in Eimsbütteler Zentrale werden als Grund genannt

Wer verzweifelt eine Wohnung gesucht hat, wem die Schulden über den Kopf wuchsen, wer im Behörden-dschungel nicht zurechtkam oder wer schlicht eine Arbeit suchte, bekam hier Hilfe: in der Eidelstedter Sprechstunde der Sozialen Beratungsstelle Eimsbüttel. Jeden Dienstag beriet ein Experte dieser Institution von 10 bis 12 Uhr im Eidelstedter Bürgerhaus – zum letzten Mal vor acht Tagen. Vergangene Woche wurde bekannt: Die Eidelstedter Sozialberatung wird eingestellt.
Diese Entwicklung erfüllt aufmerksame Beobachter mit Sorge: „Das ist eine Katastrophe“, sagt 1elstedter Bürgerhauses. „Eine der letzten offenen Beratungsangebote in Eidelstedt wird eingestellt.“ Tatsächlich konnte jeder ohne Voranmeldung in das Beratungsbüro des Bürgerhauses, das vor allem der SV Eidelstedt nutzt, kommen und seine Sorgen vorbringen. „Der Kollege hat sehr sorgfältig gearbeitet“, lobt Holger Börgartz die Arbeit des Sozialprofis an der Alten Elbgaustraße 12.
Die Soziale Beratungsstelle Eimsbüttel bemüht sich darum, das Aus ihrer Eidelstedter Arbeit herunterzuspielen. Namentlich möchte niemand zitiert werden. Auf Wochenblatt-Anfrage erklärt jedoch ein Mitarbeiter: Im Bürgerhaus habe es sich um „ein freiwilliges Angebot“ gehandelt. Was die Soziale Beratungsstelle Eimsbüttel besonders betont: „Mook wat“, der Betreiber der Sozialen Beratungsstelle Eimsbüttel, sei zwar von Kürzungen im Ein-Euro-Bereich stark betroffen ­ – doch damit habe die Einstellung der Arbeit in Eidelstedt nichts zu tun.
In der Fruchtallee 9, der Zentrale der Einrichtung, die von der Sozialbehörde finanziert wird. wird als Ursache der Schließung genannt: „Wir haben keine Zivis mehr.“ Aufgrund fehlender Zivildienstleistender seien die zwei Eidelstedter Stunden auf die Sprechstunden in Eimsbüttel umverteilt worden. Das Eidelstedter Aus gelte zunächst für die Dauer von sechs Monaten.
Ratsuchende aus Eidelstedt, heißt es in der Beratungsstelle, „müssen zu uns in die Fruchtallee kommen.“ Dörte Ayecke, Leiterin der Elternschule Eidelstedt, will weiterhin mit der Eimsbütteler Einrichtung kooperieren. „Doch ich fürchte, dass viele Familien es nicht schaffen, dort anzukommen.“

Kontakt zur Zentrale
Die Soziale Beratungsstelle Eimsbüttel können Eidelstedter noch in der Fruchtallee 9 erreichen, Tel. 593 92 90.
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