Jahresrückblick: Abgehängte Stadtteile

Die neueste U-Bahn-Generation fährt quer durch die Stadt, für den Westen Hamburgs gibt es bisher nur vage Versprechen für eine neue Linie. (Foto: Hochbahn)

Verkehrsplanung: Warum Luruper und Borner um Verbesserungen kämpfen

Ein Schild stand im Sommer an der Luruper Hauptstraße: Weißes U auf blauem Grund. Üblicherweise ein Hinweis auf eine U-Bahn-Station. Doch die gibt es weit und breit nicht. Eine Straßenbahn auch schon lange nicht mehr. Das Bezirksamt Altona ließ das Schild einfach abbauen. Könnte ja Verwirrung stiften, da es noch lange nicht so weit ist mit den neuen U-Bahn-Plänen für den Hamburger Westen, die 2015 verfeinert wurden. Man könnte sagen: Darin liegt eines der großen Probleme der Stadtteile Lurup und Osdorfer Born.
Seit Jahrzehnten vom Schienenverkehr abgeschnitten, die Haupt-Buslinien im Westen überlastet. Zwar plant der Hamburger Senat eine neue U-Bahn – die Linie 5. Aber mit deren Bau wird im Osten der Stadt begonnen, in Bramfeld und Steilshoop. Im Westen kommt die Bahn vermutlich erst 2040 an – wenn überhaupt.
Seit Jahrzehnten beklagen Bewohner und Stadtteilvertreter aus Lurup und dem Osdorfer Born das Problem, dass an die 50.000 Menschen für ihren Weg in die und zurück von der Innenstadt auf überfüllte Busse oder Autos angewiesen sind. Doch die Politik hat entweder taube Ohren, kein Geld oder andere Pläne.
Es gibt kleine Verbesserungen: Seit kurzem fährt die Buslinie 3 häufiger in den Osdorfer Born. „Allerdings bleibt es auch damit im Vergleich zu anderen Stadtteilen bei einer deutlichen Schlechterstellung. Solange es für diese abgelegene Großsiedlung keine attraktiven ÖPNV-Verbindungen gibt, wird sich der Anteil der Pkw-Benutzer kaum reduzieren lassen. Ehrgeizige Klimaschutzziele sind so jedenfalls nicht erreichbar“, sagt Gerhard Sadler von der Initiative „Starten:Bahn West“.
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