Jahrelanger Streit um Elektrosmog

Irina P. (Name geändert) klagt seit Jahren über Schmerzen und Beschwerden, die durch Elektrosmog ausgelöst würden. Der Streit mit ihrem Vermieter, der Saga GWG, füllt bereits einen Aktenordner. (Foto: rs)

Mieterin leidet unter chronischen Beschwerden – Saga: Messungen „ohne Befund“

Von Reinhard Schwarz, Lurup

Übelkeit, Muskelschmerzen, Herzrhythmusstörungen: Seit Jahren klagt Irina P. (Name geändert) aus Lurup über chronische Beschwerden. Sie vermutet, dass die Krankheitssymptome von Problemen mit der Elektrik in ihrer Wohnung kommen. „Die Elektroanlage ist kaputt, sie ist vermutlich nicht geerdet.“ Sie habe auch von Geräten wie beispielsweise dem Bügeleisen Stromschläge bekommen, berichtet sie. Seit einiger Zeit lebt die 57-Jährige bei einer Freundin, zeitweise habe sie auch in einer Obdachlosenunterkunft übernachtet, um den Beschwerden in der Wohnung zu entfliehen. Ihre Saga-Wohnung am Lüdersring sucht die Mieterin nur auf, um nach dem Rechten zu schauen und die Post zu öffnen. „Ich kann hier nicht weiter wohnen“, sagt sie.
Laut Vermieter Saga GWG „wurden in den letzten drei Jahren mehrmals E-Checks durchgeführt, die alle ohne Befund sind“, erklärt Sprecherin Kerstin Matzen. Irina P. bestätigt, „dass sechs Mal ein Elektriker hier war, teilweise habe ich den selbst bezahlt, teilweise hat die Saga ihn bezahlt“. Dem Wochenblatt liegt das Kurzprotokoll eines baubiologischen Messtechnikers vor, den Irina P. im April 2014 beauftragt hatte, ihre Wohnung zu untersuchen.

„Es wird besser, wenn ich die Wohnung verlasse“


Gemessen wurden elektrische sowie magnetische Wechselfelder und elektromagnetische Wellen. Mit Hilfe dieser Messungen könne man erhöhte Strahlungen durch Elektroleitungen, W-LAN, Handys oder Sendemasten auf die Spur kommen, erklärt der Baubiologe auf Anfrage des Elbe Wochenblatts. Die damaligen Werte seien aber insgesamt unauffällig gewesen, so der Fachmann, der anonym bleiben möchte.
Irina P. bleibt hingegen dabei, dass sie in der Wohnung Elektrosmog ausgesetzt sei: „Die Beschwerden werden auf jeden Fall besser, wenn ich die Wohnung verlasse oder in einer anderen Wohnung bin. Dort kann ich normal schlafen.“ Eine Alternativwohnung habe ihr die Saga bisher aber nicht angeboten, sagt die Mieterin.
Saga-Sprecherin Kerstin Matzen erklärt auf Wochenblatt-Anfrage: „Frau P. kann gerne einen Termin in der Geschäftsstelle machen, ihre Wünsche äußern, und dann wird geschaut, ob wir eine für sie passende Wohnung im Angebot haben.“
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