Höhenflug für Nils

Darauf kann er stolz sein: Nils Michalke (13) mit seiner preisgekrönten Arbeit. (Foto: ch)

Förderpreis-Gewinner im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten will Pilot werden

- von Christiane Handke, Lurup/ Bahrenfeld - Liebevoll nimmt Nils Michalke (13) den Hefter in die Hand: 31 Seiten plus CD. „Das war viel Arbeit“, sagt er. Aber sie hat sich gelohnt. Nils hat im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Tema
„Vertraute Fremde, Nachbarn in der Geschichte“ einen Förderpreis und 100 Euro gewonnen.
Nils geht in die 7. Klasse des Goethe Gymnasiums in Lurup – eine „super Schule“, findet er. Doch von der Idee seines neuen Geschichtslehrers, am bundesweiten Wettbewerb teilzunehmen, war er anfangs nicht richtig begeistert. „Aber ich dachte: Anfangen kann ich ja. Ich kann ja immer aufhören. Und dann hat es richtig Spaß gemacht.“
Nils hat sich an die Erforschung eines ganz besonderen und ungewöhnlichen „Nachbarn“ gemacht: der Autobahn A7, die seit Mitte der siebziger Jahre Bahrenfeld durchtrennt. Dafür hat er in Bahrenfeld und Umgebung vor Ort recherchiert, beispielsweise James Kölle interviewt. Der ist 87 Jahre alt und hat den Bau der Autobahn mit Fotos und Texten dokumentiert.
Wie ist Nils auf das Thema gekommen? „Zurzeit wird ja eine neue Hauptstraße durch Bahrenfeld geplant, und viele sind dagegen. Da wollte ich sehen, ob man sich damals auch gegen die Autobahn gewehrt hat“, sagt Nils.
Geschichte ist eines seiner Lieblingsfächer, aber auch Musik – er spielt Geige und
Klavier –, Naturwissenschaften und Geo findet er gut. Sprachen und Sport sind dagegen nicht so sein Ding. „Wenn man nicht gut laufen und werfen kann, dann wird man nichts im Schulsport“, seufzt er. Dabei ist er ein geübter Kletterer, der auch jetzt im Urlaub in Italien klettern geht.
Sein berufliches Ziel hat Nils Michalke schon fest im Visier. Es führt ihn höher hinauf als auf den höchsten Berg. Nils will Pilot werden. „Das will ich schon, seit ich ein Baby bin. Aber erstmal mach ich bei ‘Jugend forscht’ mit.“


Geschichte aus der Nachbarschaft
Am 17. Juni wurden die diesjährigen Auszeichnungen im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema „Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte“ vergeben.
13 Beiträge aus Hamburg wurden mit einem Preis für den Landessieg und je 250 Euro, 13 Arbeiten mit einem Förderpreis und je 100 Euro ausgezeichnet. In ganz Deutschland beteiligten sich mehr als 5.000 Teilnehmer mit 1.321 Einsendungen.
Im Hamburger Westen gewann der Gruppenbeitrag „Zerbrochene Nachbarschaft in Altenwerder“ von Kaya Poyke, Flavia Pietzcker und Nadja Miroshnikova aus der 8. Klasse des Christianeums einen Landessieg. Förderpreis für die Arbeit: „Zwangsnachbarschaft - geht das? Nachbarschaft im KZ-Außenlager Hamburg-Eidelstedt“ von Sören Metzdorf, Ezgi Keklikci, Jim Berend und Janik Alavanja aus der 10. Klasse des Goethe-Gymnasiums.
Einen Förderpreis gewannen ebenfalls Florin Pingel, Caspar Ibel, Paul Schwenn, Florian Schineller und Timo Gollub aus der 11. Klasse des Christianeums mit ihrer Arbeit „Airbus gegen die Obstbauern: Tradition gegen Profit!“
Landesbeste Schule (1.000 Euro Preisgeld) wurde das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer in Eimsbüttel.
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