„Hier wachsen unsere Bratkartoffeln“

Säen, jäten, buddeln: Matthias Bernreuther und Ulrike Bräuer sind Saisongärtner in Eidelstedt. Im Herbst wollen sie ihr eigenes Gemüse ernten. (Foto: cv)

Saisongarten: Auf einem Acker in der Eidelstedter Feldmark können Hobbygärtner Gemüse anpflanzen

- Carsten Vitt, Eidelstedt - Da wächst wieder eine Menge Unkraut im Kartoffelbeet. Matthias Bernreuther und Ulrike Bräuer machen sich an die Arbeit: Das wuchernde Grün rausrupfen, mit der Harke die Erde auflockern, damit die Kartoffelpflanzen ordentlich gedeihen können. Das Paar aus Stellingen ist Pächter eines Saisongartens am Holloswisch in der Eidelstedter Feldmark. Der Hof Ramcke hat bisher 60 Parzellen für Hobbygärtner geschaffen (siehe Kasten). Wo vorher Rüben und Gras wuchsen, sind nun Beete angelegt worden.
Sellerie, Zuckererbsen, Lauch, Kopfsalat, Bohnen und Zucchini wollen Bernreuther und Bräuer im Herbst ernten. Noch sind die Pflanzen recht klein, aber der Stellinger schwärmt schon von einem Lieblingsgericht: „Hier wachsen unsere Bratkartoffeln mit Lauch“, sagt der 38-Jährige. Er hat vom Säen, Jäten und Ernten bisher wenig Ahnung, seine Freundin schon. Im Januar haben sie in ihrer Wohnung bereits Samen in Blumenkästen gesät, nun sind alle Pflanzen in der Erde. Die ersten Radieschen konnten sie schon probieren: „Noch recht klein, aber ganz schön scharf“, sagt Bernreuther lachend.
Unter den Pächtern in der Feldmark sind sowohl erfahrene Gärtner als auch Neulinge – Alleinstehende, Paare und Familien mit Kindern. Wer von Zucchini-Anbau und Co keine Ahnung hat, bekommt einen Leitfaden. Wasser und Gartengeräte werden gestellt. Hegen und pflegen muss jeder seine Beete selbst. Wer nicht weiter weiß, kann sich fast immer Rat von den Gärtnern nebenan holen.
Eine Parzelle von 80 Quadratmetern Größe reicht in der Regel aus, um eine drei- bis vierköpfige Familie mit Gemüse zu versorgen. So viel können Bräuer und Bernreuther selbst gar nicht essen, geschweige denn lagern. „Wir werden Teile unserer Ernte wohl an Verwandte weitergeben“, sagen die beiden.
Auf eines freut sich Bernreuther besonders: Wenn die Salatgurke erntereif ist, die er mit Sohn Jonas (3) eingepflanzt hat. „Ich möchte, dass mein Sohn sieht, wo das Gemüse herkommt“, sagt der Biologe.

Garten und Café
Christoph Ramcke will mit dem Saisongarten Städtern die Möglichkeit geben, ihr eigenes Gemüse anzubauen und sich so regional zu ernähren. Voriges Jahr hat der Sportwissenschaftler von seinem Vater den Hof der Familie in der Reichsbahnstraße 10 übernommen – er ist nun die siebte Generation. Der gebürtige Eidelstedter will ein paar neue Sachen ausprobieren – außer dem Saisongarten ist noch ein Hofcafé geplant.
Info: Tel. 432 61 978 oder per Mail an saisongarten@bgf-aktiv.de
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