Haus der Jugend bald ohne Haus?

Viel Platz für Tischtennis, Billard und Snooker, eine Variante des Billards. Das Haus der Jugend Osdorfer Born ist für viele der Besucher eine „zweite Heimat“. Hier treffen sie ihre Freunde, hier können sie sich Rat holen, Hausaufgaben machen und nach der Schule „chillen“, Szeneausdruck für entspanntes Nichtstun. Fotos: rs

Noch kein Konzept und kein Geld für neues HdJ Osdorfer Born

Von Reinhard Schwarz. Irgendwann kommt die Abrissbirne und macht die Geschwister-Scholl-Stadtteilschule platt. Zwischen 2015 und 2017 wird die Schule neu gebaut, die Schüler ziehen um, der Altbau wird abgerissen. Doch was wird aus dem Haus der Jugend (HdJ) Osdorfer Born, das Ende der 1970er Jahre als Anbau an das Haupthaus entstand? „Es sind sich alle Fraktionen einig, dass das HdJ an diesem Standort erhalten bleibt“, erklärt Oliver Schmidt (SPD).
Doch derzeit steht die Finanzierung noch auf wackeligen
Beinen. Aber nicht nur die Finanzierung scheint ein Problem zu sein, die Jugendlichen vom Born müssen zukünftig auch mit weniger Raum auskommen. Das geht aus einem Protokoll aus einer Sitzung des Hauptausschusses der Bezirksversammlung Altona vom 12. Dezember 2013 hervor. Darin heißt es, „der vom Jugendamt ermittelte Raumbedarf des HdJ von 450 Quadratmetern müsse be-
rücksichtigt werden“. Derzeit können sich die Mädchen und Jungen noch auf 800 Quadratmetern austoben.
Um den Neubau des Jugendhauses zu finanzieren ist geplant, einen Teil des Schulgeländes zu verkaufen, um dort Wohnungen zu errichten. Weiterhin wird überlegt, ob das HdJ Gelder aus dem RISE-Programm bekommen könnte. Von 300.000 Euro ist die Rede. RISE steht für Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung. Doch die Gelder für RISE sind noch nicht freigegeben.
Kritik am Konzept, durch den Verkauf von Schulflächen das nötige Geld für das HdJ zusammenzukratzen, äußert Robert Jarowoy (Linke): „Wir wollen, dass ein richtiges Haus der Jugend entsteht.“ Es dürfe nicht sein, dass die Jugendarbeit künftig „nur Mitbenutzer“ der neu zu bauenden Schule sein werde. Er lehne zudem den Abriss des denkmalgeschützten Schulgebäudes ab und bezeichnete dies als „skandalös“.
Indes wird in der Schulbehörde überlegt, das HdJ in das neu entstandene Bürgerhaus Osdorfer Born zu integrieren, erklärt Grundsatzreferent Roland Willner und bringt das Beispiel Steilshoop ins Gespräch: „Ob es eine vergleichbare Lösung in Osdorf geben wird, hängt nicht nur von der Schulbehörde ab.“
Stimmen aus dem HdJ: Barbara Trappmann, Leiterin HdJ Osdorfer Born: „Das Haus der Jugend ist wichtig für die Jugendlichen. Hier treffen sie ihre Freunde. Es ist fast ihr zweites Zuhause.“
Ein 12-Jähriger: „Ich bin eigentlich immer hier. Tischtennis und Snooker spiele ich am liebsten. Es wär schon ein Problem, wenn das HdJ schließen müsste.“
Eduarda (14) singt gerne: „Ich komme hierher, weil ich hier meine Freundinnen treffe. Wir spielen Spiele, und ich singe in der Musik-Villa.“
Devran (16) kocht gern: „Hier trifft man sich mit Freunden nach der Schule. Statt draußen zu chillen, ist es hier besser. Ich koche gerne, heute gibt es Garnelen mit Nudeln. Montags bis donnerstags gehe ich zur Nachhilfe.“
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