Happy Birthday, Born!

 
Das Wohnhaus Achtern Born (im Volksmund: Affenfelsen) galt bei seiner Erbauung als das höchste Gebäude Hamburgs. Foto: cvs

50 Jahre Osdorfer Born: Bewohner des Stadtteils starten in das Jubiläumsjahr

Ch. v. Savigny, Osdorfer Born

Als im August 1967 die ersten Mieter in den Osdorfer Born eingezogen waren (siehe Extratext), hatte die Stadt etwas geradezu Erstaunliches geschaffen: Moderne, günstige Wohnungen, ausgestattet mit Zentralheizung und fließend Warmwasser, was damals noch keine Selbstverständlichkeit war. Der Born galt als Meilenstein der Stadtentwicklung – damals im Übrigen noch weit entfernt vom später verrufenen „Getto“. Noch vor den beiden anderen Hamburger Großwohnsiedlungen Mümmelmannsberg und Steilshoop war der Osdorfer Born fertig geworden.
Auf ihre Siedlung sind die Borner stolz – daran hat sich seit damals nichts verändert. Und deshalb wird der 50. Geburtstag des Stadtteils auch nicht nur an einem Tag gefeiert, sondern gleich ein ganzes Jahr lang. Passend zum Anlass hat das Festkomitee – beteiligt waren unter anderem die Borner Runde, das Bürgerhaus Bornheide, die Stadtteilzeitung Westwind und die Kultur-AG des Bürgerhauses – ein dickes Programm zusammengestellt. Hier ein paar Auszüge:
– Das Bürgerhaus Bornheide startet am Freitag, 24. Februar, eine Filmreihe über den Stadtteil. Den Auftakt bildet die Doku „Auf vielen Stühlen“, die sich um das Leben von „Gastarbeitern“ im Born der 1960er Jahre dreht (Beginn: 18 Uhr, Bornheide 76).
– Speziell an Dritt- und Viertklässler wendet sich eine Lesung von Krimiautorin Sibylle Rieckhoff im Klick-Kindermuseum (Donnerstag, 23. März, 10 bis 11 Uhr, Achtern Born 127).
– Spannung wie auch Gaumenfreuden verspricht ein wöchentlicher Kochkurs im Zirkus „Abrax Kadabrax“, der sich mit den Essgewohnheiten der Borner von vor 50 Jahren beschäftigt (Erster Termin: Dienstag, 4. April, 10 bis 13 Uhr, Bornheide 76).
– Im Juni entwerfen die Zehntklässler der Geschwister-Scholl-Schule ihre eigenen „Stadtmöbel“ – und zwar aus Beton. (Präsentation: Dienstag, 20. Juni, 15 Uhr, Böttcherkamp 181).
– Die Wanderausstellung „Das Wunder von Osdorf“ zeigt etliche frühe Fotos aus dem Born und erzählt dessen Geschichte (Start: 1. Juli, 14.30 Uhr, im BornCenter, Bornheide).
Zum Jubiläums-Auftakt haben über 100 Kinder aus dem Born lauter große „50er“-Schilder gebastelt und auf der „Dinowiese“ in die Bäume gehängt. „Wir wollen, dass jeder sofort denkt: Huch, hier wird etwas gefeiert“, sagt Margot Reinig, Leiterin des Kindermuseums.

Der Born: Vorbildlicher Plattenbau
Vor 50 Jahren galt der Osdorfer Born als Vorzeigeprojekt für moderne Plattenbautechnik. Während die Planungen für den neuen Stadtteil schon 1960 begannen, wurde erst später – in der Zeit von 1967 bis 1970 – gebaut. Mitten im Baulärm zogen die ersten Mieter ein. Das Wohnhaus in der Straße Achtern Born (20 Stockwerke) war damals das größte Gebäude Hamburgs.
Heute leben etwa 12.500 Menschen im Stadtteil, dessen Mittelpunkt das Einkaufszentrum BornCenter bildet. Zu den bekanntesten Einrichtungen zählen das Kl!ck-Kindermuseum und die Maria-Magdalena-Kirche, deren Gemeindehaus 1971 eingeweiht wurde. Die ungewöhnliche Architektur des Gebäudes wurde später von der Hamburger Baubehörde ausgezeichnet.
Bis heute ist der Osdorfer Born nur durch eine Metrobuslinie mit der Innenstadt verbunden. Inzwischen existieren konkrete Pläne für eine Bahnstrecke. Demnach könnte die Linie U5 oder eine S-Bahn etwa in 15 bis 20 Jahren vom Born aus in Richtung Altona fahren. CVS
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