„Hallo, wir sind die Neuen“

Zwei, die den Begriffen Gesichter geben, sind die von Michaela Kaiser fotografierten „Ammar und Ola“. Foto: Michaela Kaiser

Menschen erzählen von ihrer Flucht: Eine Fotoausstellung ist der
Auftakt der neuen Reihe „37,5 Grad“ im Eidelstedter Bürgerhaus

Gaby Pöpleu, EIDELSTEDT

Als sich im vergangenen Jahr abzeichnete, dass in Eidelstedt dauerhaft Wohnraum für Menschen geschaffen werden soll, die ihre Heimat verloren haben, gab es viel Aufregung: Es wurde über Belegungszahlen gestritten, über Belastungsgrenzen und andere abstrakte Themen. Noch immer sind die Gemüter in Wallung, die Debatte wird hitzig geführt. Mit der Veranstaltungsreihe „37,5 Grad – Heimat – Flucht – Zusammenleben“ im Eidelstedter Bürgerhaus, Alte Elbgaustraße 12, will Bürgerhaus-Geschäftsführer Holger Börgartz den Besuchern die Menschen und Geschichten hinter den abstrakten Begriffen näher bringen.
Den Anfang macht Michaela Kaiser mit ihrer Ausstellung „Hallo, wir sind die Neuen! Wir wären gerne zuhause geblieben“. Auf 23 großformatigen Tafeln zeigt sie Fluchtgeschichten, die 2015 in einem Berliner Erstaufnahmelager entstanden. Bei der Arbeit an den gefühlvollen Portraits hat sie die Geflüchteten auch nach den letzten kleinen Erinnerungsstücken aus ihrer Heimat gefragt und so die Texte zu den Fotos entwickelt. Im Laufe des Projektes ist ein intensiver Kontakt zu einem Palästinenser aus Syrien entstanden, sodass Michaela Kaiser seine dreijährige Flucht besonders detailliert darstellen konnte. Die Ausstellung ist noch bis zum Freitag, 5. Mai, montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr im Obergeschoss des Bürgerhauses zu besichtigen.
Dokumentarfilme und Theaterwerkstatt
Auf dem Programm der Reihe stehen auch Filme, zum Beispiel „#My Escape – meine Flucht“ am Donnerstag, 4. Mai: In 90 Minuten zeigt Regisseurin Elke Sasse einen Zusammenschnitt von Handy-Videos, die Flüchtlinge unterwegs aufgenommen haben und die von ihnen kommentiert wurden.
Am Donnerstag, 1. Juni, sind die Dokus „Die Kinder von Aleppo“ und „Das Schicksal der Kinder von Aleppo – neue Heimat Deutschland“ von Marcel Mettelsiefen zu sehen: Er dokumentierte 2013 das Leben der syrischen Familie Qasmo in Aleppo, verfolgte ihr Schicksal und ihre Flucht auch 2016 mit einem weiteren Film.
Im Juni oder Juli ist eine Tanz- und Theaterwerkstatt mit jungen Flüchtlingen geplant. Das Programm zur Reihe mit einer Übersicht aller Veranstaltungen ist im Bürgerhaus erhältlich oder im Internet abrufbar unter
❱❱ www.willkommen-eidelstedt.de
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