Globalisierungskritiker vor der Haustür

Wann? 31.03.2012 15:30 Uhr

Wo? Eidelstedter Bürgerhaus, Alte Elbgaustraße 12, 22523 Hamburg DE
Hamburg: Eidelstedter Bürgerhaus |

Attac-Gruppe Eidelstedt geplant – Veranstaltung im Bürgerhaus

von Reinhard Schwarz

Ins Eidelstedter Bürgerhaus hatten die Globalisierungskritiker des Netzwerkes „Attac“ jüngst zu einer Veranstaltung eingeladen. Das Ziel: die Gründung einer Attac-Gruppe in Eidelstedt. Motto: „Aktiv vor der Haustür.“ Rund 20 Interessierte waren gekommen, um den Ausführungen von Jutta Sundermann, Mitgründerin von Attac Deutschland, zu lauschen.
Die Aktivistin hatte einiges zu berichten: beispielsweise über die Rettung angeschlagener Banken mit Milliarden Steuergeldern einerseits und die wachsende Ungleichheit zwischen Arm und Reich andererseits. Oder die Spekulation mit Nahrungsmitteln, was zu deren Verteuerung weltweit führt sowie über steigende Staatsverschuldung durch Steuersenkungen für Millionäre und Milliardäre.
Doch was kann eine Attac-Gruppe in Eidelstedt leisten, wo doch die Entscheidungen teilweise nicht mal mehr in Berlin getroffen werden? Das Motto lautet hier: global denken, lokal handeln. So will Jutta Sundermann, dass privatisierte öffentliche Einrichtungen wieder unter das Dach der Gemeinden und Städte zurückgeführt werden.
Ein Thema, das auch vor Ort einige Bedeutung hat. So wurden Stellinger und Eidelstedter vor einigen Jahren von der Mitteilung überrascht, dass selbst das ehemalige Stellinger Rathaus und Kundenzentrum an einen französischen Finanzinvestor verkauft wurde und der Bezirk nun Jahr für Jahr Miete an dieses Unternehmen zahlt.
Jutta Sundermann zufolge habe auch der Widerstand gegen anstehende oder bereits abgewickelte Privatisierungen durchaus Erfolg. „In Augsburg ist es einer Initiative von Attac gelungen, die Wasserwerke zurückzuholen.“
Viele der Anwesenden im Bürgerhaus zeigten sich gut informiert, waren jedoch unschlüssig, ob sie einer zukünftigen Attac-Gruppe Eidelstedt beitreten sollten. „Ich will mich heute erstmal informieren“, sagte der Schnelsener Peter Himstedt, ehemals aktiv in SPD und Gewerkschaft. „Aber lokale Themen sehe ich in Eidelstedt und Schnelsen weniger. Dennoch fand ich das alles sehr interessant und ermutigend.“ Eine älteres Ehepaar, das seinen Namen nicht sagen wollte („wegen der Nachbarn“), erklärte: „Wir wollten uns mal informieren und sympathisieren mit einigen Aussagen.“

Stadtteilgruppe und Attac-Historie
Während die erste Veranstaltung in Eidelstedt nur der Information diente, soll nun am Sonnabend, 31. März, im Eidelstedter Bürgerhaus eine Gruppe im Stadtteil gegründet werden. Ort: Alte Elbgaustraße 12. Beginn: 15.30 Uhr.
Attac, 1998 in Frankreich gegründet, ist die Abkürzung für: Accociation pour une taxation des transactions financières pour l’aide aux citoyen et citoyennes (Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger). Attac ist nach eigener Aussage „ein Netzwerk aus lokalen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen, die gemeinsam für Alternativen zur neoliberalen Globalisierung eintreten“. Unter „neoliberaler Globalisierung“ versteht Attac „die unbegrenzte Öffnung aller Märkte weltweit“. RS
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