Gemeinden mit „Kirchen-Soli“?

Wann? 01.06.2012

Wo? Nordkirche, Max-Zelck-Straße 1, Niendorf, 22459 Hamburg DE
Mit einem großen Gründungsfest zu Pfingsten wird in Ratzeburg der Zusammenschluss zur Nordkirche gefeiert. Juristisch gesehen startet der neue Kirchenzusammenschluss am 1. Juni. Foto: pr
Hamburg: Nordkirche |

Nordkirche: Mecklenburg und Pommern bekommen Geld von den anderen Kirchenkreisen

Nach dem Zusammenschluss entsteht die fünftgrößte Kirche Deutschlands: Am 1. Juni verbinden sich die drei Landeskirchen Nordelbien ­ – zu der auch Hamburg gehört ­–­, Meck- lenburg und Pommern zu einer Kirche. Die Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland – ­kurz Nordkirche ­ –hat dann fast 2,3 Millionen Mitglieder.
Der Zusammenschluss hat auch Folgen für die Gemeinden vor Ort. Noch fehlt der offizielle Beschluss, doch gilt es als ausgemacht, dass alle Gemeinden des bisherigen Nordelbiens weniger Geld zur Verfügung haben werden. Aufgrund eines Finanzschlüssels werden die bisherigen Landeskirchen Mecklenburgs und Pommerns, die zusammen nicht einmal 300.000 Gläubige haben, von der bisherigen Nordelbischen Kirche finanziell unterstützt.
Wie in ganz Nordelbien wird auch der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein „bis zu fünf Prozent weniger Kirchensteuer-Zuweisungen bekommen“, erklärt Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer. Für wahrscheinlich hält er jedoch Mindereinahmen von rund drei Prozent.
Kirchenkreis und Gemeinden können das spärlicher fließende Geld verkraften, heißt es offiziell. So erläutert Pastor Jörn de Jager, zugleich Vorsitzender des Eidelstedter Kirchenvorstandes, mit Blick auf laufende Bauprojekte: „Wir versuchen andere Einnahmequellen, zum Beispiel durch Vermietung, aufzutun.“
Propst Melzer äußert sich ebenfalls zuversichtlich bezüglich der Umverteilung. Für 2012 erwartet der Kirchenkreis rund 24,6 Millionen Euro an Kirchensteuer-Einnahmen. Auch wenn der „Kirchen-Soli“ erst ab 1. Juni gilt, so ist doch klar: Der Kreis wird mehrere Hunderttausend Euro zur Sicherung und dem Aufbau der beiden neuen östlichen Kirchkreise aufbringen. Ab 2013 werden wohl rund 700.000 Euro aus dem „Westen“ gen Mecklenburg und Pommern fließen.
„Das schaffen wir“, sagt Karl-Heinrich Melzer zu den Mindereinnahmen. Er betont, dass der „Kirchen-Soli“ dazu dient, in Mecklenburg und Pommern „Kirche zu leben“. Und: Der Austausch zwischen den verschiedenen Gemeinden Norddeutschlands werde für alle Beteiligten sehr fruchtbar sein.
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